Kopfkissen bei Nackenschmerzen: Hilft ein Nackenstützkissen wirklich?
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Die häufigste Beschwerde nach der ersten Nacht in einer neuen Unterkunft ist bei uns nicht die Matratze. Es ist der Nacken. Gäste kommen morgens an die Rezeption, drehen den Kopf vorsichtig zur Seite und fragen, ob wir noch ein anderes Kissen haben. Meistens haben sie auf einem Kissen geschlafen, das für sie zu hoch oder zu weich war. Eine Nacht reicht dafür.
Das zeigt, wie direkt Kissen und Nacken zusammenhängen. Ein Kissen heilt keine Nackenschmerzen, aber das falsche Kissen kann sie jede Nacht neu auslösen. Hier geht es darum, woran du ein passendes Kissen erkennst, wann ein Nackenstützkissen sinnvoll ist und was der aktuelle Test der Stiftung Warentest dazu sagt. Ich bin kein Arzt. Bei starken, anhaltenden oder ausstrahlenden Schmerzen gehört die Frage zuerst in eine Praxis.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Kissen soll den Abstand zwischen Matratze und Kopf so ausfüllen, dass die Wirbelsäule in einer Linie liegt.
- Die Schlafposition entscheidet: Seitenschläfer brauchen mehr Höhe, Rückenschläfer weniger, Bauchschläfer fast keine.
- Ein Nackenstützkissen hilft vielen, aber nicht allen. Es muss in der Höhe zu dir passen, sonst verschlimmert es die Beschwerden.
- Im Test der Stiftung Warentest (Heft 9/2025) stützten nur 4 von 14 Nackenkissen in jeder Lage gut.
Welches Kissen gegen Nackenschmerzen passt zu dir?
Es gibt kein bestes Kissen gegen Nackenschmerzen, das für alle funktioniert. Es gibt nur das Kissen, das zu deinem Körper und deiner Schlafposition passt. Drei Dinge bestimmen die richtige Höhe: wie du liegst, wie breit deine Schultern sind und wie weich deine Matratze ist. Auf einer weichen Matratze sinkt die Schulter tiefer ein, das Kissen darf dann flacher sein.
Der einfachste Test: Leg dich in deiner üblichen Position hin und lass jemanden von hinten auf deinen Rücken schauen. Kopf, Halswirbelsäule und Brustwirbelsäule sollten eine gerade Linie bilden. Kippt der Kopf nach oben, ist das Kissen zu hoch. Hängt er nach unten, ist es zu flach. Beides spannt die Muskulatur im Nacken über Stunden an, und genau daher kommen die Schmerzen am Morgen. Mehr braucht ein gesunder Nacken nachts nicht als diese gerade Linie.

Welches Kissen bei Nackenschmerzen sinnvoll ist, hängt also weniger von Marke oder Preis ab als von der Passform. Bei unseren Kopfkissen findest du deshalb verschiedene Füllungen und Größen, vom flachen Daunenkissen bis zum Nackenstützkissen aus Memory-Schaum. Was davon richtig ist, entscheidet dein Nacken und nicht das Etikett.
Nackenschmerzen nach dem Schlafen: Liegt es am Kissen?
Oft ja. Typisch sind Schmerzen, die morgens beim Aufwachen und direkt nach dem Aufstehen am stärksten sind und im Laufe des Vormittags nachlassen. Der Nacken ist steif, das Drehen des Kopfes zieht, manchmal kommen Kopfschmerzen dazu. Wenn du immer nach dem Schlafen Nackenschmerzen hast und tagsüber kaum, ist das Kissen ein heißer Kandidat.
Ein Klassiker in Deutschland ist das große Kopfkissen 80x80, das nachts zusammengeknautscht und unter die Schulter geschoben wird. Der Kopf liegt dann viel zu hoch, die Halswirbelsäule knickt zur Seite ab. Ein falsches Kissen bei Nackenschmerzen ist häufig ein zu hohes, kein zu flaches. Auch ein neues Kissen kann Nackenschmerzen auslösen, wenn es deutlich anders ist als das alte. Ein paar Nächte Umgewöhnung sind normal.
Ständig Nackenschmerzen nach dem Schlafen, obwohl das Kissen passt? Dann lohnt der Blick auf andere Ursachen: eine durchgelegene Matratze, wenig Bewegung am Tag, viel Bildschirmarbeit. Werden die Nackenschmerzen nachts schlimmer, strahlen sie in Arme oder Hände aus oder kommt Taubheit dazu, solltest du das ärztlich abklären lassen. Das gilt besonders bei einem bekannten HWS-Syndrom oder einem Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule. Ein Kissen ersetzt dann keine Behandlung, auch nicht das beste orthopädische Kopfkissen. Bei HWS-Problemen stimmst du die Wahl am besten mit Arzt oder Physiotherapeut ab.
Was tun gegen Nackenschmerzen nach dem Schlafen?
Kurzfristig helfen Wärme, sanfte Bewegung und eine heiße Dusche. Den Kopf langsam kreisen lassen, die Schultern ein paar Mal hochziehen und fallen lassen. Langfristig hilft nur, die Ursache in der Nacht abzustellen. Wie solltest du bei Nackenschmerzen schlafen? Am besten auf dem Rücken oder auf der Seite, mit einem Kissen, das genau den Abstand füllt. Bauchlage ist für den Nacken die ungünstigste Position, weil der Kopf stundenlang zur Seite gedreht ist.
Ist ein Nackenstützkissen sinnvoll?
Ein Nackenstützkissen ist ein geformtes Kissen, meist aus Schaumstoff, mit einer höheren Welle unter dem Nacken und einer Mulde für den Kopf. Die Idee: Der Nacken liegt nicht in der Luft, sondern wird gestützt und entlastet. Für viele Menschen mit Verspannungen und steifem Nacken funktioniert das gut. Andere kommen damit überhaupt nicht klar, weil sie sich nachts viel bewegen und die feste Form als Fremdkörper empfinden.
Ob du mit einem Nackenkissen gut schlafen kannst, merkst du erst nach ein bis zwei Wochen. Die ersten Nächte fühlen sich fast immer ungewohnt an. Ich würde nur dort kaufen, wo du das Kissen zurückgeben kannst. Begriffe wie „orthopädisch“, „ergonomisch“ oder „medizinisch“ auf einem Nackenstützkissen sagen wenig. Sie stehen auf vielen Verpackungen, ohne dass eine Prüfung dahintersteht. Ein orthopädisches Kissen bei Nackenschmerzen ist nur dann gut, wenn es zu deinem Körper passt.
Viele Nackenstützkissen haben ein Format um 40x80 oder kleiner, etwa 30x50 oder 40x60. Wer keine Wellenform mag, aber ein schmales Kissen sucht, ist mit einem klassischen Kopfkissen 40x80 oft besser bedient. Es liegt nicht unter den Schultern und lässt sich in der Höhe aufschütteln.
Wie rum liegt man richtig auf einem Nackenstützkissen?
Die meisten Modelle haben eine flache und eine hohe Seite. Wie herum du das Kissen legst und welche Seite nach oben zeigt, hängt von der Schlafposition ab. Rückenschläfer nehmen meist die flachere Welle unter den Nacken, Seitenschläfer die höhere. Damit du es richtig anwendest: Der Nacken liegt auf der Welle, der Hinterkopf in der Mulde, die Schultern liegen auf der Matratze und nicht auf dem Kissen. Das ist der häufigste Fehler: Viele schieben das Nackenstützkissen bis an die Schultern heran. Dann hebt es den Kopf zu stark an. Modelle in Schmetterlingsform haben zusätzlich seitliche Flügel, die in Seitenlage den Kopf halten.
Nackenstützkissen für Seitenschläfer, Rückenschläfer und Bauchschläfer
Seitenschläfer brauchen die meiste Höhe. Das Kissen muss den Abstand von der Schulter bis zum Ohr ausgleichen, und der ist bei breiten Schultern deutlich größer als bei schmalen. Ein Kissen gegen Nackenschmerzen für Seitenschläfer ist deshalb eher fest und so hoch, dass die Nase in einer Linie mit dem Brustbein liegt. Weiche Nackenstützkissen für Seitenschläfer sacken in der Nacht oft zu weit ein, ein normales Kopfkissen ebenso. Liegt die Schulter dadurch stundenlang eingeklemmt, kommen zu den Nackenschmerzen oft Schulterschmerzen dazu. Genau deshalb hat die Stiftung Warentest in ihrem Test Seitenschläfer mit schmalen und mit breiten Schultern getrennt geprüft.
Rückenschläfer brauchen weniger Höhe. Das Nackenstützkissen für Rückenschläfer sollte die natürliche Krümmung der Halswirbelsäule stützen, ohne das Kinn zur Brust zu drücken. Ein zu hohes Kissen ist für Rückenschläfer der häufigste Grund für Kopf- und Nackenschmerzen nach dem Schlafen. Wer kein geformtes Kissen mag, kommt auch mit einem flachen Kopfkissen 50x70 gut zurecht, das den Nacken mit etwas Füllung unterlegt.
Bauchschläfer sind mit einem Nackenstützkissen fast immer falsch beraten. Sie brauchen ein sehr flaches, weiches Kissen oder gar keins. Wer nachts zwischen Rücken und Seite wechselt, braucht ein Kissen, das in beiden Lagen funktioniert. Das ist schwierig. Hier hilft ein höhenverstellbares Modell, bei dem du Füllung oder Schaumplatten entnehmen kannst. Ein Kopfkissen 60x80 mit drei Kammern ist eine Alternative ohne Schaum: Die mittlere Kammer gibt Halt, die äußeren lassen sich aufschütteln.

Memory Foam, Latex oder Daunen: Welches Material hilft dem Nacken?
Die meisten Nackenstützkissen bestehen aus Viscoschaum, also Memory-Schaum. Er gibt unter Wärme nach und formt sich nach dem Kopf. Laut Stiftung Warentest fällt dieser Formeffekt bei vielen Kissen allerdings nur schwach aus. Memory Foam ist außerdem eher warm und reagiert in einem kühlen Schlafzimmer langsam, das Kissen fühlt sich dann hart an.
Latex ist elastischer, federt schneller zurück und ist für Leute angenehm, die sich nachts viel drehen. Ein Kissen aus Naturlatex, oft im Format 40x80, ist meistens schwerer und teurer. Im Test der Stiftung Warentest hatten zwei Nackenstützkissen eine Latexschicht. Schaumstoff mit Wabenstruktur oder Kanälen wird als kühlend verkauft. Das kann etwas bringen, wenn du nachts am Kopf schwitzt.
Ein Nackenstützkissen mit Daunen gibt es auch, teils mit Gänsedaunen, meist als Kombination mit einem Schaumkern. Reine Daunenkissen sind sehr anschmiegsam, geben aber wenig Halt. Für Rückenschläfer mit leichten Verspannungen kann ein flaches Federkissen trotzdem besser funktionieren als jeder Schaum. Wie sich Daunen und Federn unterscheiden, steht im Ratgeber zur Kopfkissen-Füllung. Für Allergiker ist ein Nackenstützkissen mit waschbarem Bezug sinnvoll, der Schaumkern selbst darf meist nicht in die Maschine.
Was der Test der Stiftung Warentest zeigt
Die Stiftung Warentest hat in Heft 9/2025 vierzehn Nackenstützkissen aus Schaumstoff getestet. Die Preise lagen zwischen 40 und 164 Euro. Getestet wurde in Rückenlage und in Seitenlage, mit Personen mit schmalen und breiten Schultern. Nur vier der 14 Kissen stützten in jeder Lage gut. Viele ließen sich kaum oder gar nicht an den Körper anpassen, und oft fehlte eine Anleitung zur Einstellung. Welches davon für dich das beste ist, sagt der Test nicht.
Für die Suche nach dem Nackenstützkissen-Testsieger heißt das: Selbst ein gutes Testergebnis garantiert nicht, dass das Kissen zu dir passt. Ein Testsieger bei Kissen gegen Nackenschmerzen wurde mit bestimmten Körpern geprüft, nicht mit deinem. Das gilt für ein orthopädisches Modell in 40x80 genauso wie für ein kleines. Achte beim Kauf darauf, dass sich die Höhe verstellen lässt und du das Kissen zurückgeben kannst. Die Details und die einzelnen Bewertungen findest du kostenpflichtig bei der Stiftung Warentest.
Ich würde zu Hause selbst testen. Drei Nächte auf dem neuen Kissen, jeden Morgen kurz notieren, wie sich der Nacken anfühlt. Wird es nach zwei Wochen nicht besser, ist es das falsche Kissen. Dann lieber zurückgeben, als sich weiter daran zu gewöhnen.
Größe, Pflege und Haltbarkeit
Ein Nackenstützkissen ist meist kleiner als ein normales Kopfkissen. Übliche Größen sind 30x50, 40x60 und 40x80. Ein Nackenstützkissen in 80x80 ist selten und widerspricht eigentlich der Idee, weil die Schultern dann wieder auf dem Kissen liegen. Ein kleines Nackenstützkissen passt gut für Menschen mit schmalen Schultern und für Rückenschläfer.
Waschen kannst du meistens nur den Bezug. Den Kern aus Schaum lüftest du regelmäßig und wäschst ihn nur, wenn der Hersteller es ausdrücklich erlaubt. Bei normalen Kopfkissen mit Daunen, Federn oder Faser ist das anders, wie das geht, steht im Ratgeber Kopfkissen waschen.
Wie lange hält ein Nackenstützkissen? Ein gutes Schaumkissen hält meist mehrere Jahre. Wenn sich eine dauerhafte Kuhle bildet oder der Schaum bröselt, ist es Zeit für ein neues. Für den Alltag lohnen sich zwei Bezüge. Für Nackenstützkissen gibt es eigene Bezüge in Sondermaßen, für normale Kissen passende Kissenbezüge in den gängigen Größen.
Fazit
Gegen Nackenschmerzen nach dem Schlafen hilft kein bestimmtes Kissen, sondern ein passendes. Liegt die Wirbelsäule in deiner Schlafposition gerade, hat der Nacken nachts Ruhe. Ein Nackenstützkissen kann dabei helfen, vor allem in Seiten- und Rückenlage. Es muss sich aber in der Höhe anpassen lassen, sonst wird es zum Problem.
Ich würde erst prüfen, ob das jetzige Kissen zu hoch ist. Oft reicht ein flacheres Kopfkissen. Wenn nicht: ein verstellbares Nackenstützkissen mit Rückgaberecht, zwei Wochen Eingewöhnung und bei anhaltenden Beschwerden der Weg in die Praxis.
Häufige Fragen zu Kissen bei Nackenschmerzen
Welches Kissen ist bei Nackenschmerzen das beste?
Das, bei dem deine Wirbelsäule in deiner Schlafposition eine gerade Linie bildet. Seitenschläfer brauchen ein höheres, festeres Kissen, Rückenschläfer ein flacheres. Ein Nackenstützkissen hilft vielen, ist aber nicht automatisch die beste Wahl.
Können Nackenschmerzen vom Kissen kommen?
Ja. Ein zu hohes oder zu flaches Kissen lässt den Kopf nachts abknicken und verspannt die Nackenmuskulatur. Typisch sind Schmerzen am Morgen, die tagsüber nachlassen.
Ist ein Nackenstützkissen sinnvoll?
Für viele Seiten- und Rückenschläfer ja, wenn die Höhe passt. Bauchschläfer und Menschen, die sich nachts viel drehen, kommen oft schlechter damit klar. Plane ein bis zwei Wochen Eingewöhnung ein.
Wie rum legt man ein Nackenstützkissen?
Die Welle liegt unter dem Nacken, der Hinterkopf in der Mulde. Rückenschläfer nehmen meist die flache Seite, Seitenschläfer die hohe. Die Schultern liegen auf der Matratze, nicht auf dem Kissen.
Wie hoch sollte ein Nackenstützkissen sein?
So hoch, dass der Abstand zwischen Schulter und Ohr in Seitenlage ausgefüllt ist und der Kopf in Rückenlage nicht nach vorn kippt. Eine feste Zahl gibt es nicht, deshalb ist eine verstellbare Höhe so wichtig.
Welches Kissen hilft Seitenschläfern bei Nackenschmerzen?
Ein eher festes Kissen, das die Schulterbreite ausgleicht. Bei breiten Schultern darf es höher sein. Ein Nackenstützkissen mit hoher Welle oder ein Kammerkissen mit stabiler Mitte funktionieren gut.
Was ist der Testsieger bei Nackenstützkissen?
Im Test der Stiftung Warentest von 2025 stützten nur 4 von 14 Kissen in jeder Lage gut. Die Einzelergebnisse sind kostenpflichtig. Wichtiger als der Testsieger ist, dass das Kissen zu deinem Körper passt und sich anpassen lässt. Worauf es bei Kissen allgemein ankommt, steht in unserem Kopfkissen Test.
Was tun bei Nackenschmerzen nach dem Schlafen?
Wärme, sanfte Bewegung und eine warme Dusche lindern die Steifheit. Langfristig hilft ein passendes Kissen. Bei starken, ausstrahlenden oder dauerhaften Schmerzen solltest du ärztlichen Rat einholen.
Hilft ein Kissen beim HWS-Syndrom?
Ein passendes Kissen kann die Nacht entlasten, ersetzt aber keine Behandlung. Bei einem HWS-Syndrom oder Bandscheibenvorfall sollte die Kissenwahl mit Arzt oder Physiotherapeut abgestimmt werden.
Wie lange hält ein Nackenstützkissen?
Gute Schaumkissen halten meist mehrere Jahre. Bildet sich eine dauerhafte Kuhle oder bröselt der Schaum, ist es Zeit für ein neues.