Kopfkissen waschen: Temperatur, Programm und richtig trocknen
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Bezüge wechseln wir in unseren Apartments nach jedem Gast. Das Kissen darunter wandert seltener in die Maschine, und genau dort passieren die meisten Fehler. Einmal zu heiß gewaschen, zu schnell geschleudert oder nicht ganz trocken zurück ins Bett gelegt, und aus einem guten Kissen wird ein muffiger Klumpen, den auch der schönste frische Bezug nicht mehr rettet, weil der Geruch von innen kommt und bei jeder Nacht wieder hochsteigt. Passiert öfter, als man denkt.
Dabei ist Kopfkissen waschen kein Hexenwerk. Du musst nur wissen, was in deinem Kissen steckt. Federn wollen anders behandelt werden als Polyester, und ein Schaumkissen gehört gar nicht in die Trommel. Hier steht, welche Temperatur und welches Programm passen und wie du das Kissen sicher wieder trocken bekommst.
Das Wichtigste in Kürze
- Erst das Etikett lesen: Füllung und maximale Temperatur stehen dort.
- Feder- und Faserkissen dürfen meist in die Maschine, Schaum- und Memory-Foam-Kissen nicht.
- Schonprogramm, wenig Schleudern, kein Weichspüler, ein zusätzlicher Spülgang.
- Das Kissen muss bis in den Kern trocken sein, sonst riecht es nach ein paar Tagen.
Kissen waschen in der Waschmaschine: so gehst du vor
Bevor das Kissen in die Trommel kommt, nimm dir zwei Minuten für die Vorbereitung. Sie entscheidet, ob es danach noch so aussieht wie vorher.
- Pflegeetikett prüfen. Die Zahl im Waschbottich ist die Höchsttemperatur, ein Strich darunter heißt Schonwaschgang.
- Bezug abziehen und separat waschen.
- Nähte kontrollieren. Ein kleines Loch wird in der Maschine schnell groß, und dann verteilen sich Federn in der ganzen Trommel.
- Ein wenig Feinwaschmittel einfüllen. Zu viel Waschmittel bleibt in der Füllung hängen.
- Passendes Programm wählen, Schleudern auf 400 bis 800 Umdrehungen begrenzen und einen zusätzlichen Spülgang einstellen.
Wichtig ist das Verhältnis von Kissen zu Trommel. Klingt banal. Ist es nicht. Das Kissen muss sich in der Lauge bewegen können, sonst wird es nur nass und nicht sauber. Ein einzelnes Kissen schlägt beim Schleudern einseitig, deshalb wasche ich gern zwei gleiche zusammen. Unsere Kopfkissen haben alle ein Etikett mit Füllung und Waschtemperatur, und das ist auch der beste Ausgangspunkt für deins.
Für die meisten Haushaltsmaschinen mit 6 bis 7 kg ist das Kopfkissen 40x80 die angenehmste Größe. Zwei davon passen gemeinsam hinein und gleichen sich beim Schleudern gegenseitig aus.

Welche Temperatur und welches Programm passen?
Die Frage, welches Programm das richtige ist, hängt fast nur von der Füllung ab. Diese Tabelle nutze ich als Faustregel. Wenn das Etikett etwas anderes sagt, gilt das Etikett.
| Füllung | Temperatur | Programm | Schleudern |
|---|---|---|---|
| Federn, 3-Kammer | 40 °C, bei Freigabe 60 °C | Feinwäsche oder Daunenprogramm | 400 bis 600 |
| Polyester, Mikrofaser, Hohlfaser | 60 °C | Pflegeleicht | bis 800 |
| Schaumstoff, Memory Foam | nicht in die Maschine | nur Bezug waschen | keins |
Bei wie viel Grad du ein Kopfkissen wäschst, ist vor allem für Allergiker wichtig. Lungenärzte empfehlen bei Hausstaubmilbenallergie, Kopfkissen mindestens alle drei Monate bei mindestens 60 °C zu waschen. Wer reagiert, sollte deshalb gleich ein Kissen kaufen, das diese Temperatur verträgt.
Den Bezug kannst du dagegen fast immer heiß waschen. Baumwoll-Kissenbezüge vertragen 60 °C problemlos, oft sogar mehr. Passende Kissenbezüge wechseln wir einmal pro Woche, weil sich dort Schweiß und Hautfett zuerst sammeln.
Welches Waschmittel für Kopfkissen? Für Federn ein Feinwaschmittel oder spezielles Daunenwaschmittel. Vollwaschmittel mit Bleiche macht Federn spröde. Für Faserkissen reicht normales Colorwaschmittel. Weichspüler lässt beide Füllungen verklumpen. Lass ihn weg.
Federkissen waschen ohne Klumpen
Federkissen waschen klingt riskanter, als es ist. Die meisten Federkissen darfst du in die Maschine stecken, und viele vertragen sogar 60 Grad. Federn sind robuster als Daunen, nehmen aber viel Wasser auf. Ein nasses Kissen wiegt schnell das Dreifache.
Welche Temperatur ist beim Federkissen sinnvoll? Steht auf dem Etikett nichts anderes, wähle 40 Grad. Damit wird das Kissen sauber, und das Fett der Federn bleibt erhalten. Erst mit ausdrücklicher Freigabe gehst du auf 60 Grad. Als Programm in der Waschmaschine nimmst du Feinwäsche oder, falls vorhanden, das Daunenprogramm. Beim Waschmittel greifst du zu Feinwaschmittel. Tennisbälle helfen übrigens schon in der Waschmaschine, weil sie die Füllung in der Trommel locker halten.
Weil nasse Federn so schwer werden, wird es bei großen Formaten eng. Ein Kopfkissen 80x80 mit Federn füllt eine normale Trommel fast komplett aus. Wasche es allein und nur, wenn deine Maschine mindestens 7 kg fasst. Sonst lohnt der Weg zum Waschsalon mit Großmaschine.
Nach dem Waschen riechen Federkissen oft leicht nach Tier. Bei Entenfedern ist das stärker als bei Gänsefedern. Wenn ein Kissen mit Entenfedern nach dem Waschen stinkt, ist das normal, solange es feucht ist. Der Geruch verschwindet, wenn das Kissen vollständig trocken ist. Riecht es danach immer noch, war es zu lange nass oder wurde zu dicht gelagert.

Kissen aus Polyester, Mikrofaser und Schaumstoff
Synthetik-Kissen sind am pflegeleichtesten. Ein Kopfkissen aus 100 % Polyester kannst du meist bei 60 Grad im Pflegeleicht-Programm waschen. Das gilt auch für Kissen mit Mikrofaser, Hohlfaser oder Faserbällchen. Wichtig ist nur, sie danach gründlich zu trocknen und gut aufzuschütteln, damit die Füllung nicht in einer Ecke klebt. Kissen mit Polyesterfüllung dürfen in der Regel auch in den Trockner. Eine Stunde Schonprogramm reicht oft.
Schaumstoff ist der Sonderfall. Kann man ein Memory-Foam-Kissen waschen? In der Maschine nein. Das gilt für jeden Kern aus Polyurethan. Der Schaum saugt sich voll, trocknet tagelang nicht durch und reißt beim Schleudern. Wasch nur den Bezug, den Kern tupfst du bei Flecken mit lauwarmem Wasser und etwas Feinwaschmittel ab. Danach mehrere Stunden an der Luft trocknen lassen, nicht in die Sonne legen.
Ein Nackenkissen aus Viscoschaum oder anderem Schaumstoff solltest du genauso wenig waschen. Ein neues Schaumkissen riecht oft ein paar Tage nach Chemie. Stinkt ein Memory-Foam-Kissen auch nach einer Woche noch, hilft Lüften auf dem Balkon mehr als Waschen. Kurz. Aber wirksam.
Kopfkissen trocknen: mit und ohne Trockner
Beim Trocknen entscheidet sich, ob das Kissen gut wird, denn eine saubere Füllung, die zwei Tage halbfeucht im Schrank liegt, ist am Ende schlechter dran als eine, die nie gewaschen wurde. Ein Kopfkissen, das nur außen trocken ist, fängt innen an zu muffeln. Im Zweifel lieber eine Stunde länger.
Im Trockner nimmst du ein Schonprogramm mit niedriger Temperatur. Zwei saubere Tennisbälle oder Trocknerbälle in der Trommel schlagen die Füllung immer wieder auf. Ein Federkissen braucht oft zwei bis drei Durchgänge. Nimm es zwischendurch heraus, schüttel es kräftig und knete Klumpen mit den Fingern auseinander. Kleinere Formate wie ein Kopfkissen 50x70 sind spürbar schneller trocken.
Du kannst ein Kissen auch ohne Trockner waschen und trocknen, es dauert nur. Gerade beim Federkissen braucht das Geduld. Leg das Kissen flach auf einen Wäscheständer an einen warmen, luftigen Ort ohne direkte Sonne. Mehrmals am Tag aufschütteln und wenden. Rechne bei Federn mit zwei bis drei Tagen. Ein dickes Kopfkissen 60x80 braucht eher drei als zwei. Auf der Heizung trocknen ist keine gute Idee, weil die Füllung unten anbrennt und oben feucht bleibt.
Ob es wirklich trocken ist, merkst du mit der Hand. Drück das Kissen in der Mitte fest zusammen und riech daran. Fühlt es sich kühl an oder riecht es leicht muffig, ist innen noch Feuchtigkeit.
Wie oft solltest du dein Kopfkissen waschen?
Den Bezug wöchentlich, das Kissen selbst alle drei bis sechs Monate. Wer stark schwitzt oder eine Hausstauballergie hat, eher alle drei Monate. Ein verschwitztes Kopfkissen erkennst du an Rändern und Geruch, lange bevor es sichtbar schmutzig wird. Dann solltest du es früher waschen, als der Kalender sagt. Gelbe Ränder gehen bei 60 Grad und einem Löffel Sauerstoffbleiche im Faserkissen oft gut heraus. Bei Federn lieber nicht bleichen.
Muss man neue Kopfkissen waschen? Nicht zwingend. Ich würde es bei Faserkissen trotzdem einmal tun, weil sie aus der Verpackung oft etwas staubig riechen. Federkissen lüftest du lieber zwei Tage gut, das reicht meist.
Wenn ein Kissen auch nach dem Waschen platt bleibt, ist es durch. Woran du ein gutes neues erkennst, steht in unserem Kopfkissen-Test.
Riecht das Kissen nach dem Waschen? Daran liegt es
Ein Kissen, das nach dem Waschen stinkt, war fast immer zu lange feucht. Riecht dein Kopfkissen muffig nach dem Waschen, ist das ein klares Zeichen. Die Lösung: noch einmal kurz waschen und diesmal konsequent durchtrocknen. Hilft auch das nicht, hat sich im Kern Schimmel gebildet, und dann ist das Kissen nicht mehr zu retten.
Nicht waschbare Kissen reinigst du anders, nämlich ganz ohne Waschmaschine. Bezug runter, Kissen absaugen, Flecken punktuell mit wenig Wasser behandeln und gründlich lüften. So lässt sich ein Kopfkissen reinigen, ohne den Kern zu durchnässen.
Ein hochwertiges Kopfkissen kannst du auch reinigen lassen. Viele Bettenfachgeschäfte bieten das an, frag aber vorher nach den Kosten. Bei einem günstigen Faserkissen lohnt es sich selten, da ist ein neues oft billiger als die Reinigung.
Wenn Geruch und Flecken bleiben, hilft nur ein neues Kissen. Wie du das alte loswirst, steht in unserem Beitrag zu Bettdecke und Kopfkissen entsorgen.
Fazit
Kopfkissen waschen gelingt, wenn du die Füllung kennst. Federn und Faser dürfen meist bei 40 bis 60 Grad in die Maschine, Schaum nur als Bezug. Schonprogramm, wenig Schleudern, kein Weichspüler. Beim Trocknen nimmst du dir Zeit und lässt Tennisbälle die Arbeit machen. Und das Kissen kommt erst zurück ins Bett, wenn es auch innen trocken ist. Lieber eine Nacht mit dem Ersatzkissen schlafen als drei Wochen mit einem, das im Kern noch feucht ist und langsam anfängt zu riechen.
Häufige Fragen zum Kopfkissen waschen
Kann man Kopfkissen in der Waschmaschine waschen?
Ja, Feder- und Faserkissen meist schon. Schau auf das Pflegeetikett. Kissen aus Schaumstoff oder Memory Foam gehören nicht in die Maschine, dort wäschst du nur den Bezug.
Bei wie viel Grad wäscht man Kopfkissen?
Federkissen meist bei 40 °C, mit Freigabe auf dem Etikett bei 60 °C. Polyester- und Mikrofaserkissen vertragen in der Regel 60 °C. Allergiker sollten Kissen wählen, die 60 °C aushalten.
Welches Programm ist für Kopfkissen richtig?
Für Federn Feinwäsche oder ein Daunenprogramm, für Faserkissen Pflegeleicht. Schleudere mit höchstens 800 Umdrehungen und stelle einen zusätzlichen Spülgang ein.
Welches Trocknerprogramm nimmt man für Kopfkissen?
Ein Schonprogramm mit niedriger Temperatur, dazu zwei Tennisbälle. Federkissen brauchen oft zwei bis drei Durchgänge und zwischendurch kräftiges Aufschütteln.
Wie trocknet man ein Kopfkissen ohne Trockner?
Flach auf dem Wäscheständer an einem warmen, luftigen Ort, mehrmals täglich wenden und aufschütteln. Federkissen brauchen so zwei bis drei Tage.
Wie oft sollte man ein Kopfkissen waschen?
Den Bezug einmal pro Woche, das Kissen alle drei bis sechs Monate. Bei Hausstauballergie oder starkem Schwitzen eher alle drei Monate.
Darf man Federkissen waschen?
Ja, die meisten Federkissen sind waschbar. Nimm Feinwaschmittel, keinen Weichspüler, und schleudere sanft. Große 80x80-Kissen nur in einer Trommel ab etwa 7 kg.
Kann man ein Memory-Foam-Kissen waschen?
Nicht in der Maschine. Wasche den Bezug und reinige den Schaumkern nur punktuell mit einem feuchten Tuch, danach gut lüften.
Warum stinkt mein Kissen nach dem Waschen?
Meist ist es innen noch feucht. Wasche es kurz nach und trockne es diesmal vollständig durch. Bleibt der Geruch, ist die Füllung verdorben.