Wenn wir neue Mitarbeiter im Housekeeping einarbeiten, ist die erste Frage am Bett fast immer dieselbe: „Was ist das für ein dicker weißer Stoff unter dem Laken?“ Die Antwort ist Molton. Man sieht ihn nie, weil er unter dem Spannbettlaken liegt. Trotzdem fängt er jede Nacht den Schweiß ab, bevor der in die Matratze zieht.
Viele kennen den Stoff eher vom Wickeltisch oder aus dem Theater, wo schwarze Vorhänge die Bühne einrahmen. Es ist tatsächlich derselbe Stofftyp. Hier erkläre ich, woraus er besteht, wofür er sich eignet, ob er wasserdicht ist und wie du ihn wäschst, damit nichts einläuft.
Das Wichtigste in Kürze
- Molton ist ein dichtes, meist beidseitig aufgerautes Baumwollgewebe. Dadurch ist er weich, warm und sehr saugfähig.
- Im Bett dient er vor allem als Matratzenschoner unter dem Laken, beim Baby als Moltontuch und Wickelunterlage.
- Wasserdicht ist der Stoff von Natur aus nicht. Dicht wird er erst durch eine Beschichtung oder Folie auf der Unterseite.
- Unbeschichtete Baumwollware verträgt in der Regel 95 °C. Bei beschichteten Varianten gilt das Pflegeetikett.
Wie Molton-Stoff gemacht wird: Baumwolle, Bindung, Aufrauen
Molton ist ein weicher Baumwollstoff, der auf einer oder meist auf beiden Seiten aufgeraut wird. Bei der Herstellung ziehen feine Drahthäkchen die Faserenden aus dem Garn heraus. Es entsteht eine flauschige Oberfläche, in der sich Luft und Feuchtigkeit sammeln. Daher kommen die typischen Eigenschaften von Molton-Stoff: weich, warm, saugfähig und kaum rutschig. Ein glattes Laken aus Perkal und ein aufgerauter Schutzstoff können aus derselben Baumwolle sein. Trotzdem fühlt sich der zweite dicker und wärmer an.
Das Wort kommt aus dem Französischen. „Molleton“ gehört zu „mollet“, und das bedeutet weich. Übrigens heißt es der Molton.
Gewebt wird in Leinwand- oder Köperbindung. Leichtere Qualitäten bis etwa 190 g/m² sind meist leinwandbindig, schwerere ab etwa 250 g/m² in Köper. Für Matratzenschoner sind 300 bis 400 g/m² üblich, Bühnenware geht teils bis 500 g/m². Die meisten Moltonstoffe bestehen aus 100 % Baumwolle. Es gibt aber auch Mischungen mit Polyester und reine Synthetik für Bühnen.
Ist Molton dasselbe wie Flanell? Fast. Baumwollflanell ist ebenfalls aufgeraut, wird für Bettwäsche aber meist leichter und lockerer gewebt. Molton dagegen ist dichter und schwerer, eher ein Schutzstoff als ein Bezugsstoff. Deshalb wirst du Molton-Bettwäsche im Sinne von Bettbezügen kaum finden, und auch ein Kissenbezug aus dem Stoff ist eine Seltenheit. Unter dem Laken leistet der Stoff einfach mehr als obendrauf.
Wofür wird Molton verwendet?
Der Stoff ist in vielen Branchen unterwegs. Die Verwendung hängt fast immer mit zwei Eigenschaften zusammen: Er saugt gut, und er dämpft. Im Schlafzimmer heißt das Feuchtigkeit aufnehmen, auf der Bühne Licht und Schall schlucken.
Im Bett: Schutz unter dem Laken
Hier liegt der Stoff direkt auf der Matratze. Darüber kommt das normale Spannbettlaken, und oben liegst du. Er nimmt Schweiß auf, bremst verschütteten Tee und hält Hautschuppen von der Matratze fern. In unseren Apartments liegt so eine Schicht auf jedem Bett, ohne Ausnahme. In vielen Hotels ist das genauso. Unsere Molton Matratzenschoner gibt es als Auflage mit Eckgummis und als Spannbettlaken mit Rundum-Gummizug.

Was ist der Unterschied zwischen Matratzenschoner und Molton? Der Stoff ist das Material, der Matratzenschoner ist das Produkt. Ein Matratzenschoner kann daraus bestehen, aber auch aus Frottee, Jersey oder einer Baumwolloberseite mit Membran. Umgekehrt ist nicht jedes Stück davon ein Schoner. Ein loses Moltontuch fürs Bett verrutscht schnell.
Beim Baby, am Tisch, auf der Bühne
Beim Baby sind Moltontücher Wickelunterlage, Spucktuch und Nässeschutz in einem. In der Gastronomie liegt Tischmolton unter der Tischdecke. Als Tischdeckenunterlage schützt er die Platte vor Hitze und Kratzern und dämpft das Klappern von Geschirr. Auf Bühnen und in Fotostudios hängt er als Vorhang oder Hintergrund, weil die raue Oberfläche kaum Licht reflektiert und als Schallschutz wirkt.
Feuerfest ist Molton nicht. Bühnenware muss aber schwer entflammbar sein. Bei Baumwolle wird das durch eine Imprägnierung erreicht, die beim Waschen verloren geht, deshalb gibt es für Bühnen auch Ware aus Trevira CS. Für dein Bett spielt das keine Rolle. Erhältlich ist der Stoff in Weiß, Natur, Schwarz und vielen weiteren Farben. Daneben steckt er in Polierscheiben, als Futter in Kleidung und in Waschlappen.
Molton im Bett: Auflage oder Spannbettlaken?
Im Bett begegnet dir der Stoff in zwei Bauformen. Die Moltonauflage liegt nur auf der Oberseite der Matratze und wird von vier Gummibändern an den Ecken gehalten. Das Molton-Spannbettlaken umschließt die Matratze wie ein Laken, mit Steg und Rundum-Gummizug.
Was ist eine Moltonauflage im Alltag wert? Sie ist günstiger, schneller gewechselt und trocknet schneller, weil weniger Stoff dran ist. Bei unruhigen Schläfern rutscht sie aber gern an einer Ecke weg, und die Seiten der Matratze bleiben ungeschützt. Für Kinder und Gästebetten würde ich deshalb das Spannbettlaken nehmen.
Was ist ein Molton-Spannbettlaken genau? Ein Spannbettlaken aus diesem Stoff, das nicht allein auf der Matratze liegt, sondern als Schutzschicht unter dem eigentlichen Laken. Achte auf die Steghöhe: Der Stoff trägt ein paar Millimeter auf. Bei einer Matratze mit 20 cm Höhe und Topper ist ein Schoner mit 18 cm Steg zu knapp.
Für Paare stellt sich noch eine andere Frage. Im französischen Bett mit einer durchgehenden Matratze reicht ein Matratzenschoner 140x200, der glatt aufliegt. Bei zwei Matratzen nebeneinander überbrückt ein durchgehender Schoner die Ritze, zwei einzelne lassen sich dafür getrennt waschen.
Ist Molton wasserdicht?
Nein. Reine Baumwollware saugt Flüssigkeit auf und verteilt sie in der Fläche. Ein umgekippter Becher Wasser kommt deshalb oft nicht bis zur Matratze durch. Bei größeren Mengen ist der Stoff aber irgendwann voll, und der Rest läuft durch.
Wasserdichte Moltonauflagen haben auf der Unterseite eine zusätzliche Schicht. Das ist entweder eine auflaminierte Folie, etwa aus Polyethylen, oder eine dünne Membran aus Polyurethan. Oben bleibt die weiche Baumwolle, unten hält die Beschichtung dicht. Die Saugfähigkeit der Oberseite bleibt dabei erhalten.
Der Haken liegt im Detail. Eine einfache Folie lässt keinen Wasserdampf durch. Darunter schwitzt man schneller, und sie knistert bei jeder Bewegung.
Eine PU-Membran ist dagegen atmungsaktiv und leise. Wenn auf dem Etikett nur „Nässeschutz“ steht, lohnt ein Blick in die Materialangabe. Das gilt genauso für wasserdichte Moltontücher fürs Baby.
Brauchst du überhaupt Nässeschutz? Bei Kindern, im Pflegebett und im Gästebett würde ich ja sagen. Für Erwachsene, die nur Schweiß abhalten wollen, ist unbeschichtete Ware besser, weil sie Feuchtigkeit wieder abgibt. Wie das bei Inkontinenz oder Allergie konkret aussieht, haben wir im Ratgeber zum wasserdichten Spannbettlaken beschrieben.
Moltontücher fürs Baby: wofür man sie braucht
Was sind Moltontücher? Quadratische Tücher aus dem aufgerauten Stoff, meist 80x80 cm, kleinere auch 40x40 cm. Wofür sind Moltontücher gut? Eltern nutzen sie als warme Wickelunterlage, als Spucktücher über der Schulter oder als zusätzliche Lage im Babybett. Früher waren Windeln aus Molton ganz normal, heute dienen die Tücher eher als Einlage.
Wie viele Moltontücher braucht man? Das hängt davon ab, wie oft du wäschst. Rechne damit, dass immer ein Teil in der Wäsche ist und ein Teil trocknet. Ein großes Tuch ersetzt im Kinderbett aber keinen Schoner, weil es nachts verrutscht. Ein Matratzenschoner 90x200 mit Rundum-Gummizug bleibt dagegen liegen, auch wenn ein Kind quer durchs Bett rollt.
Eine Moltondecke ist im Grunde ein sehr großes Moltontuch. Als leichte Kuscheldecke fürs Baby oder als Sommerdecke funktioniert sie. Eine gefüllte Bettdecke ersetzt sie im Winter nicht.

Unterschied zwischen Mull und Molton
Mulltücher und Moltontücher werden ständig verwechselt, sind aber fast Gegenstücke. Der Unterschied liegt im Gewebe. Mull ist locker und durchscheinend gewebt, man kann ihn gegen das Licht halten. Er trocknet schnell und eignet sich als Sonnenschutz am Kinderwagen oder als Spucktuch. Das Moltontuch ist dicht gewebt und beidseitig aufgeraut, also dicker, wärmer und etwas saugstärker.
Beide sind aus Baumwolle, beide vertragen hohe Temperaturen. Mullwindeln werden nach vielen Wäschen weicher und welliger. Moltontücher bleiben eher flach, können bei zu heißem Trocknen aber hart werden. Für die Wickelunterlage nimmt man eher das dichte Tuch, für die Schulter eher Mull.
Molton waschen: Temperatur, Trockner, Einlaufen
Kann man Molton waschen? Ja, und zwar heiß. Unbeschichtete Baumwollware verträgt in der Regel 95 °C. Wir waschen Schoner im Alltag bei 60 °C und nach Krankheit oder Unfällen bei 95 °C. Wie du Schoner aus anderen Materialien und Topper pflegst, steht im Ratgeber Topper waschen und Matratzenschoner reinigen.
Bei beschichteten Moltonauflagen hängt es von der Schicht ab. Viele vertragen ebenfalls 95 °C, manche nur 60 °C. Das Pflegeetikett hat hier immer recht. Bei wie viel Grad wäschst du also? Meine Faustregel:
- Normaler Wechsel alle vier bis sechs Wochen: 60 °C, Vollwaschmittel
- Nach Erbrechen, Fieber oder Urin: 95 °C, wenn das Etikett es erlaubt
- Kein Weichspüler: Er legt sich auf die Fasern und mindert die Saugkraft
- Große Schoner allein waschen, damit sie in der Trommel Platz haben
Läuft der Stoff ein? Baumwolle, die nicht vorbehandelt wurde, schrumpft in der ersten heißen Wäsche spürbar. Deshalb ist „vorgeschrumpft“ oder „sanforisiert“ ein echtes Qualitätsmerkmal. Ein Schoner, der nach dem ersten Waschgang zu kurz ist, sitzt nie wieder richtig. Beim großen Matratzenschoner 180x200 merkst du das als Erstes, weil der Gummizug an den Ecken nicht mehr unter die Matratze reicht.
Und der Trockner? Unbeschichteter Stoff darf meistens rein. Ich würde ihn auf mittlerer Stufe trocknen und kurz vor ganz trocken herausnehmen. Zu viel Hitze macht die aufgeraute Oberfläche hart, und beschichtete Auflagen leiden darunter am stärksten. Lufttrocknen ist bei Moltontüchern fürs Baby ohnehin die sanftere Wahl.
Molton, Baumwolle, Jersey: was ist der Unterschied?
Die Frage „Molton oder Baumwolle?“ ist eigentlich schief gestellt, denn der Stoff besteht meistens aus Baumwolle. Der Unterschied liegt in der Verarbeitung. Ein normales Baumwolllaken ist glatt gewebt und dünn. Der aufgeraute Stoff ist dicht gewebt, nimmt deshalb deutlich mehr Feuchtigkeit auf und fühlt sich wärmer an.
Jersey ist gestrickt statt gewebt. Er dehnt sich, sitzt dadurch gut auf hohen Matratzen und ist angenehm als oberes Laken. Als Schutzschicht ist er zu dünn. Frottee hat Schlingen und saugt sehr gut, wird als Schoner aber meist mit Membran kombiniert. Welche Schutzart wann passt, vom Encasing bis zum Unterbett, steht im Ratgeber Matratzenschutz im Vergleich.
Gute Qualität erkennst du an vier Dingen: dem Gewicht in g/m², der Angabe „vorgeschrumpft“, sauber eingefassten Rändern und einem Siegel wie OEKO-TEX® STANDARD 100. Die Zertifikatsnummer kannst du online prüfen.
Beim Gewicht gilt grob: Unter 250 g/m² wirkt der Stoff schnell dünn und wird nach einigen Kochwäschen durchscheinend. Mit 300 g/m² hast du solide Alltagsqualität. Ab etwa 400 g/m² ist er kräftig und übersteht viele Wäschen bei 95 °C.
Im großen Bett spürst du den Unterschied besonders. Ein Matratzenschoner 200x200 aus dünner Ware wirft unter dem Laken schnell Falten, weil zwei Menschen darauf hin- und herrollen. Schwere Ware liegt ruhiger und hält den Zug beim Abziehen besser aus.
Fazit: Molton ist ein Arbeitsstoff, kein Deko-Stoff
Molton ist ein Baumwollstoff, der vor allem eines kann: Feuchtigkeit aufnehmen und dabei weich bleiben. Im Bett ist er die unsichtbare Schicht zwischen Matratze und Laken, beim Baby das Tuch für alles. Wasserdicht ist er nur mit Beschichtung, und dann solltest du auf eine atmungsaktive Membran achten.
Beim Kauf zählen Gewicht, Vorschrumpfung und Waschtemperatur. Wer bei 60 °C wäscht, auf Weichspüler verzichtet und den Trockner nicht zu heiß einstellt, hat jahrelang Ruhe. Und wenn ein neuer Mitarbeiter wieder fragt, was der dicke weiße Stoff ist, reicht eine Antwort: Der schützt die Matratze.
Häufige Fragen zu Molton
Was ist Molton?
Molton ist ein weiches, dichtes Gewebe, meist aus Baumwolle, das auf einer oder beiden Seiten aufgeraut ist. Dadurch ist es saugfähig und warm. Verwendet wird es als Matratzenschoner, als Moltontuch fürs Baby, als Tischunterlage und als Bühnenstoff.
Ist Molton wasserdicht?
Reiner Molton ist nicht wasserdicht, er saugt Flüssigkeit nur auf. Wasserdicht sind Auflagen mit einer Folie oder PU-Membran auf der Unterseite. Atmungsaktiv sind davon vor allem die Varianten mit PU-Membran.
Was ist der Unterschied zwischen Matratzenschoner und Molton?
Molton ist ein Material, ein Matratzenschoner ist ein Produkt. Viele Schoner bestehen daraus, es gibt sie aber auch aus Frottee, Jersey oder mit wasserdichter Membran.
Bei wie viel Grad kann man Molton waschen?
Unbeschichtete Baumwollware verträgt in der Regel 95 °C. Für den normalen Wechsel reichen 60 °C. Bei beschichteten Auflagen gilt die Temperatur auf dem Pflegeetikett.
Läuft Molton beim Waschen ein?
Nicht vorbehandelte Baumwolle kann in der ersten heißen Wäsche einlaufen. Vorgeschrumpfte oder sanforisierte Ware bleibt weitgehend maßhaltig. Darauf solltest du beim Kauf achten.
Darf Molton in den Trockner?
Unbeschichteter Stoff meist ja, am besten auf mittlerer Stufe. Zu viel Hitze macht die aufgeraute Oberfläche hart. Beschichtete Auflagen nur, wenn das Etikett es erlaubt.
Was ist der Unterschied zwischen Mull und Molton?
Mull ist locker und durchscheinend gewebt, leicht und schnell trocken. Molton ist dicht gewebt und aufgeraut, dadurch dicker, wärmer und saugstärker. Mull eignet sich als Spucktuch, das dichtere Tuch als Wickelunterlage.
Wofür braucht man Moltontücher beim Baby?
Als warme Wickelunterlage, als Nässeschutz im Babybett, als Spucktuch und zur Not als leichte Decke. Die gängige Größe ist 80x80 cm.
Was ist eine Moltonauflage?
Eine Matratzenauflage aus dem aufgerauten Baumwollstoff, die mit Gummibändern an den Ecken auf der Matratze gehalten wird. Sie kommt unter das Spannbettlaken und schützt die Matratze vor Schweiß und Flecken.
Woher kommt das Wort Molton?
Aus dem Französischen. „Molleton“ gehört zu „mollet“, was weich bedeutet. Grammatisch ist das Wort männlich.
Daniel beschäftigt sich seit acht Jahren mit Bettwäsche, Spannbettlaken, Bettdecken, Kopfkissen, Handtüchern und Badvorlegern in Hotelqualität – durch die Betreuung von über 80.000 Gästen in Premium Serviced Apartments über sein Unternehmen residir. Dieses Praxiswissen fließt in jede Produktauswahl bei Bästa ein. Mehr über Daniel →