Ist Microfaser-Bettwäsche gut? Vor- und Nachteile im ehrlichen Vergleich
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Microfaser-Bettwäsche ist die meistverkaufte Bettwäsche in den Sonderangeboten von Discountern und Teleshopping. Sie kostet oft nur einen Bruchteil einer Baumwollgarnitur, fühlt sich im Laden weich an und kommt knitterfrei aus der Maschine. Trotzdem fragen uns Gäste regelmäßig, warum sie in solchen Bezügen schlechter schlafen.
Die kurze Antwort: Microfaser ist nicht schlecht, aber sie kann eine Sache kaum, die für Bettwäsche entscheidend ist. Sie nimmt fast keine Feuchtigkeit auf, und genau das merkt man nicht im Laden beim Anfassen, sondern erst nachts gegen drei Uhr, wenn die Decke anfängt zu kleben. Ob das für dich ein Problem ist, hängt davon ab, wie warm du schläfst und wofür du die Bettwäsche nutzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Microfaser besteht bei Bettwäsche aus sehr feinen Polyesterfasern. Sie ist günstig, pflegeleicht, trocknet schnell und muss nicht gebügelt werden.
- Der große Nachteil: Polyester nimmt kaum Schweiß auf. Wer nachts schwitzt, liegt schnell feucht.
- Als Fleece oder Flanell ist Microfaser im Winter angenehm warm, im Sommer eher ungeeignet.
- Polycotton, eine Mischung aus Baumwolle und Polyester, ist ein brauchbarer Kompromiss für viel genutzte Betten.
Microfaser, Polyester-Bettwäsche, Polycotton: Was ist was?
Was ist Microfaser-Bettwäsche eigentlich? Microfaser ist kein eigenes Material, sondern eine Faserstärke. Gemeint sind Kunstfasern, die feiner als ein Dezitex sind, also dünner als ein Seidenfaden. Bei Bettwäsche besteht Microfaser fast immer aus Polyester. Die Begriffe Microfaser-Bettwäsche und Polyester-Bettwäsche meinen in der Praxis also oft dasselbe Produkt. Polyester-Bettwäsche ohne den Zusatz Microfaser besteht dagegen meist aus gröberen Fasern und fühlt sich deutlich härter an.
Woraus besteht der Stoff genau? Aus Erdöl, das zu Polyester verarbeitet und dann zu extrem dünnen Fäden gesponnen wird. Je feiner die Faser, desto weicher der Stoff. Hochwertige Microfaser-Bettwäsche erkennst du an einem dichten, gleichmäßigen Gewebe und an einem Prüfsiegel wie Oeko-Tex Standard 100. Billige Ware ist dünn, raschelt und lädt sich statisch auf. Bezeichnungen wie „Cashmere Touch“ beschreiben übrigens nur eine gebürstete Oberfläche, nicht das Material.
Polycotton ist etwas anderes. Was ist Polycotton-Bettwäsche? Eine Mischung aus Baumwolle und Polyester, häufig 50 zu 50 oder 65 zu 35. Seit einigen Jahren gibt es auch Polycotton recycelt, bei dem der Polyesteranteil aus alten PET-Flaschen stammt. Die Baumwolle sorgt für Saugfähigkeit, der Polyesteranteil für Reißfestigkeit und schnelles Trocknen. Einen Überblick, welche Bettwäsche-Stoffe es sonst noch gibt, findest du in unserer Bettwäsche.

Ist Microfaser-Bettwäsche gut? Vorteile und Nachteile
Microfaser hat echte Stärken. Sie ist in der Anschaffung günstig. Sie trocknet in einem Bruchteil der Zeit, die Baumwolle braucht. Sie knittert kaum und muss nicht gebügelt werden. Und sie bleibt farbecht, auch nach vielen Wäschen. Für Polyester-Bettwäsche gelten dieselben Vorteile und Nachteile, es ist ja dasselbe Material. Für Kinderzimmer, Gästebetten oder als Notreserve ist das ein vernünftiges Paket.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| günstig in der Anschaffung | nimmt kaum Feuchtigkeit auf |
| trocknet sehr schnell | staut Wärme, man schwitzt leichter |
| bügelfrei und knitterarm | lädt sich statisch auf |
| farbecht und formstabil | bildet bei billiger Ware schnell Knötchen |
| als Fleece oder Flanell sehr warm | gibt beim Waschen Mikroplastik ab |
Von allen Eigenschaften der Microfaser ist eine entscheidend, und sie steht oben rechts. Polyester nimmt nur einen winzigen Bruchteil seines Gewichts an Wasser auf, Baumwolle ein Vielfaches davon. Im Bett verliert dein Körper jede Nacht Feuchtigkeit. Baumwolle saugt sie auf und gibt sie über die Stunden langsam wieder an die Raumluft ab, sodass sich das Bett selbst am Morgen noch trocken anfühlt, obwohl du die ganze Nacht darin gelegen hast. Microfaser lässt sie einfach auf der Haut stehen.
Ist Microfaser also gut oder schlecht? Meine Einschätzung: Für Menschen, die kühl schlafen, ist sie in Ordnung. Für alle, die nachts warm werden, ist sie die falsche Wahl. Unsere Erfahrungen mit Microfaser-Bettwäsche in den Apartments waren eindeutig: mehr Beschwerden über Schwitzen, mehr Knötchen nach einigen Monaten. Deshalb liegt bei uns keine reine Microfaser auf den Betten.
Schwitzt man in Microfaser-Bettwäsche?
Ja, die meisten Menschen schwitzen darin spürbar mehr. Das liegt nicht daran, dass Microfaser besonders warm wäre. Glatte Microfaser ist an sich sogar dünn. Das Problem ist der fehlende Feuchtigkeitstransport. Der Schweiß verdunstet nicht, die Luft unter der Decke wird feucht und warm, und das fühlt sich an wie Hitze.
Für die typische Einzeldecke würde ich deshalb eher zu Baumwolle greifen. Bettwäsche in 135x200 gibt es aus Mikrofaser zwar überall günstig, aber der Unterschied beim Schlafklima ist gerade bei kleinen Decken deutlich spürbar, weil sie eng am Körper liegen. Baumwoll-Bezüge in dieser Größe findest du unter Bettwäsche 135x200.
Polyester-Bettwäsche schneidet hier genauso ab, weil es dasselbe Material ist. Wer zu Nachtschweiß neigt oder in einem warmen Dachgeschoss schläft, sollte bei Bettwäsche bleiben, die mindestens zur Hälfte aus Baumwolle oder Leinen besteht.
Wer zu zweit unter einer großen Decke schläft, merkt den Unterschied zwischen Microfaser und Baumwolle am deutlichsten. Unter 200x200 Zentimetern Polyester wird es zu zweit schnell stickig. Baumwollbezüge in dieser Größe gibt es als Bettwäsche 200x200.
Mikrofaser oder Baumwolle: Was ist besser?
Für die meisten Schläfer ist Baumwolle besser. Sie ist atmungsaktiv, nimmt Schweiß auf und wird mit jeder Wäsche weicher. Mikrofaser punktet nur bei Preis, Trockenzeit und Pflegeaufwand.
Wie fühlt sich Mikrofaser-Bettwäsche an? Glatte Mikrofaser ist seidig und kühl beim ersten Kontakt. Im Handel heißt sie dann oft Microfaser-Satin-Bettwäsche. Gebürstete Varianten wie Mikrofaser-Fleece, Mikrofaser-Flanell, Mikrofaser-Jersey oder Plüsch sind dagegen flauschig und kuschelig. Diese Oberflächen sind es auch, die im Winter so gut ankommen. Wer es auf Baumwolle kuschelig mag, findet den direkten Vergleich der warmen Stoffe im Ratgeber Flanell oder Biber.
Polycotton liegt dazwischen. Die Erfahrungen mit Polycotton-Bettwäsche sind gemischt: Es knittert weniger als reine Baumwolle und hält sehr lange, fühlt sich aber etwas fester und weniger weich an. Im Vergleich Linon oder Polycotton gewinnt Linon beim Hautgefühl, Polycotton bei der Haltbarkeit. Für welche Jahreszeit eignet sich Polycotton? Für das ganze Jahr, mit leichtem Nachteil im Hochsommer.
Bei großen Bezügen fällt der Unterschied stärker auf, weil mehr Stoff auf dir liegt. Ein Bettbezug aus Mikrofaser in 155x220 staut spürbar mehr Wärme als eine Baumwollgarnitur gleicher Größe. Baumwolle in Übergröße gibt es als Bettwäsche 155x220.
Mikrofaser-Bettwäsche im Sommer und im Winter
Für welche Jahreszeit ist Mikrofaser-Bettwäsche geeignet? Eindeutig für den Winter. Mikrofaser-Fleece, Flanell und Plüsch halten warm und fühlen sich beim Zubettgehen sofort behaglich an. Ist Mikrofaser-Bettwäsche warm? Die gebürsteten Varianten ja, die glatte Satin-Variante eher nicht.
Ist Mikrofaser-Bettwäsche für den Sommer geeignet? Kaum. Glatte Mikrofaser kühlt nur im ersten Moment, danach staut sie die Feuchtigkeit. Auch Mikrofaser-Seersucker, der oft als Sommerbettwäsche verkauft wird, bleibt Polyester. Die Struktur hilft etwas, das Grundproblem bleibt. Welche Stoffe im Sommer wirklich funktionieren, steht im Ratgeber Kühlende Bettwäsche.

Ist Microfaser-Bettwäsche gesundheitsschädlich?
Nein, nach heutigem Wissen nicht. Polyester gilt auf der Haut als unbedenklich, und Bettwäsche mit Oeko-Tex-Siegel wird auf Schadstoffe geprüft. Wer empfindliche Haut hat, kann trotzdem auf Microfaser reagieren, weil sich die Haut unter feuchtem Stoff schneller reizt. Ich bin kein Arzt: Bei Hautproblemen lohnt sich die Rücksprache mit einer Dermatologin.
Ein echtes Thema ist Mikroplastik. Bei jeder Wäsche lösen sich winzige Fasern, die über das Abwasser in die Umwelt gelangen. Ein Waschbeutel, der Fasern auffängt, reduziert das. Wer Bettwäsche ohne Polyester möchte, greift zu reiner Baumwolle, Leinen oder Lyocell.
Ist Polyester-Bettwäsche ungesund, gut oder schlecht? Ungesund nicht, im Sinne einer Gefahr. Sie ist nur für das Schlafklima schlechter. Gesund schlafen heißt trocken schlafen, und das gelingt mit Naturfasern besser.
So wäschst und trocknest du Microfaser richtig
Microfaser ist pflegeleicht, verzeiht aber keine Hitze. Wasche sie bei 40 Grad, maximal 60 Grad, wenn das Etikett es erlaubt. Als Programm passt Pflegeleicht oder Synthetik mit reduzierter Schleuderzahl. Weichspüler gehört nicht dazu. Er verklebt die feinen Fasern, die Bettwäsche wird schneller fusselig und nimmt noch weniger Feuchtigkeit auf. Grundsätzliches zu Temperatur und Programm steht im Ratgeber Bettwäsche waschen.
Ein Microfaser-Bettbezug darf auf niedriger Stufe in den Trockner, nötig ist es kaum. Auf der Leine ist er oft nach zwei, drei Stunden trocken. Zu viel Hitze lässt die Fasern verkleben und macht den Stoff hart. Das ist bei Baumwolle anders: Sie verträgt heiße Wäsche und den Trockner besser, braucht aber länger.
Wer eine Bettwäsche sucht, die sich ähnlich leicht pflegen lässt, aber besser schläft, sollte Baumwolle in Renforcé oder Perkal ausprobieren. Beide sind robust und vertragen 60 Grad problemlos. Für Paare, die getrennte Decken in einem schmaleren Bett nutzen, würde ich auch in dieser Breite Baumwolle statt Microfaser nehmen. Die passende Größe ist Bettwäsche 140x200.
Fazit
Microfaser ist als Bettwäsche günstig, pflegeleicht und im Winter als Fleece oder Flanell angenehm warm. Für den Alltag ist sie aber nur zweite Wahl, weil sie kaum Feuchtigkeit aufnimmt. Wer warm schläft oder schwitzt, ist mit Baumwolle deutlich besser bedient. Polycotton ist ein solider Mittelweg für stark beanspruchte Betten. Reine Microfaser würde ich nur für Gästebetten und kalte Schlafzimmer kaufen.
Häufige Fragen zu Microfaser und Polyester
Ist Microfaser-Bettwäsche gut?
Sie ist günstig, bügelfrei und trocknet schnell. Weil sie kaum Feuchtigkeit aufnimmt, ist sie für Menschen, die nachts schwitzen, aber weniger gut geeignet als Baumwolle.
Was ist Microfaser bei Bettwäsche?
Bettwäsche aus extrem feinen Kunstfasern, fast immer aus Polyester. Die Fasern sind dünner als ein Dezitex und ergeben einen weichen, glatten Stoff.
Schwitzt man in Microfaser-Bettwäsche?
Ja, meist mehr als in Baumwolle. Polyester nimmt den Schweiß nicht auf, dadurch wird das Bettklima feucht und warm.
Was ist besser: Microfaser oder Baumwolle?
Baumwolle ist für die meisten besser, weil sie atmungsaktiv ist und Feuchtigkeit aufnimmt. Microfaser punktet nur bei Preis, Trockenzeit und Pflegeaufwand.
Ist Microfaser-Bettwäsche gesundheitsschädlich?
Nach heutigem Wissen nicht. Achte auf ein Oeko-Tex-Siegel. Ein Umweltthema ist das Mikroplastik, das sich beim Waschen löst.
Was ist Polycotton-Bettwäsche?
Eine Mischung aus Baumwolle und Polyester, oft 50 zu 50. Sie ist haltbarer und knitterärmer als reine Baumwolle, aber weniger weich.
Ist Microfaser-Bettwäsche für den Sommer geeignet?
Kaum. Sie fühlt sich nur kurz kühl an und staut dann Feuchtigkeit. Für den Sommer sind Leinen, Perkal oder Seersucker aus Baumwolle besser.
Wie wäscht man Bettwäsche aus Microfaser?
Bei 40 Grad im Pflegeleicht-Programm ohne Weichspüler. Im Trockner nur auf niedriger Stufe oder einfach auf der Leine trocknen.
Ist Polyester-Bettwäsche gut?
Für den Preis ja, für den Schlaf eher nicht. Reines Polyester ist robust und pflegeleicht, aber weniger atmungsaktiv als Naturfasern.