Bett mit weißer Damast-Bettwäsche in eingewebter Streifenoptik

Was ist Damast? Damast-Stoff und Damast-Bettwäsche erklärt

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In vielen Familien liegt sie noch ganz unten im Wäscheschrank: schwere, weiße Bettwäsche mit eingewebten Blumenranken, oft mit Monogramm, oft aus der Aussteuer der Großmutter. Fast immer ist das Damast. Und wer heute in einem guten Hotel übernachtet, schläft mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder darauf, nur mit dezenten Streifen statt Rosen.

Trotzdem wissen die wenigsten, was den Stoff ausmacht. Ist Damast ein Material? Eine Marke? Ein Muster? Keins davon, genau genommen. Damast ist eine Webtechnik, und die erklärt, warum der Stoff glänzt, warum er so lange hält und warum er beim Bügeln manchmal Nerven kostet. Hier geht es um Damast als Stoff für Bettwäsche: Herkunft, Arten, Vor- und Nachteile und was du mit alten Stücken anfängst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Damast ist eine Webart, kein Rohstoff. Das Muster entsteht im Gewebe selbst, nicht durch Druck.
  • Glänzende und matte Flächen wechseln sich ab, weil Kett- und Schussfäden abwechselnd oben liegen.
  • Mako-Damast ist Damast aus feiner, langstapeliger Baumwolle und gilt als die klassische Hotelqualität.
  • Vorteile: langlebig, hautfreundlich, oft kochfest. Nachteile: knittert, ist schwerer und teurer als einfache Webware.

Was ist Damast-Stoff? Webart, Herkunft und Bedeutung

Damast ist ein gemustertes Gewebe, bei dem das Motiv durch die Bindung entsteht. Ein Teil der Fläche ist so gewebt, dass vor allem die Kettfäden oben liegen, ein anderer so, dass die Schussfäden dominieren. Weil Licht von beiden Fadenrichtungen unterschiedlich reflektiert wird, sieht man ein Muster, obwohl der Stoff einfarbig ist. Dreh das Tuch um, und das Motiv erscheint spiegelverkehrt mit vertauschtem Glanz. Gute Damast-Bettwäsche erkennst du deshalb schon daran, dass auch die Innenseite sauber gemustert ist.

Die Bedeutung des Namens ist schnell erklärt: Damast kommt von der Stadt Damaskus in Syrien. Dort handelten Kaufleute im Mittelalter mit kostbaren gemusterten Seidenstoffen, die aus China und Persien kamen. Europa übernahm den Namen, später auch die Technik. Flandern und Sachsen wurden zu Zentren für Leinendamast, die Tischdecken aus dieser Zeit sind heute Museumsstücke. Damit nichts durcheinandergeht: Wer nach „was ist Damast“ sucht, landet oft bei Messern aus Damaszener Stahl. Das ist ein völlig anderes Thema, nur der Name ist verwandt.

Infografik: Damast-Muster aus Kettatlas und Schussatlas

Atlasbindung: das Prinzip hinter dem Glanz

Die Grundlage von Damast ist die Atlasbindung, auch Satinbindung genannt. Dabei läuft ein Faden über mehrere andere hinweg, bevor er wieder abtaucht. Diese langen Fadenstücke liegen glatt nebeneinander und spiegeln das Licht. Beim Kettatlas sieht man vor allem Kettfäden, beim Schussatlas vor allem Schussfäden. Damast kombiniert beide in einem Stück Stoff, und genau dieser Wechsel ergibt das Muster.

Was ist Jacquard in diesem Zusammenhang? Der Webstuhl, mit dem man solche Muster heute herstellt. Joseph-Marie Jacquard entwickelte um 1805 eine Steuerung mit Lochkarten, die jeden Kettfaden einzeln anheben kann. Seitdem ist jeder Damast ein Jacquard-Gewebe, aber nicht jedes Jacquard-Gewebe ist Damast. Jacquard-Bettwäsche kann auch mehrfarbig und matt sein, Damast lebt vom Glanzkontrast. Neben Baumwolle kommen Leinen und Seide zum Einsatz. Seidendamast ist die ursprüngliche Form und heute vor allem bei Kleidung und Krawatten zu finden.

Damast-Muster und ihre Arten

Bei den Mustern unterscheidet man grob vier Arten. Sie sagen nichts über die Qualität aus, nur über den Stil:

  • Streifendamast: glänzende und matte Streifen im Wechsel, meist zwischen 2 und 25 mm breit. Der Hotelklassiker.
  • Karo- und Würfeldamast: kleine geometrische Felder, wirkt ruhig und modern.
  • Ornament- und Blumendamast: Ranken, Medaillons, Rosen. Typisch für alte Aussteuerwäsche.
  • Brokat-Damast: Im Bettwäsche-Handel steht der Begriff, auch als Mako-Brokat-Damast, meist für farbige Jacquard-Damaste mit großflächigen, oft mehrfarbigen Motiven.

Für die Optik im Schlafzimmer ist das die wichtigste Entscheidung. Streifen strecken das Bett optisch und verzeihen kleine Knitterfalten besser als große Ornamente. Wer den Look mag, findet ihn bei unserer gestreiften Bettwäsche, wo die Streifen eingewebt und nicht aufgedruckt sind. Wie du Damast mit Farben und Mustern im Schlafzimmer kombinierst, zeigt der Ratgeber Bettwäsche Farben kombinieren.

Mako-Damast: was ist das genau?

Mako-Damast ist Damast aus Mako-Baumwolle. Diese Baumwolle hat besonders lange Fasern, ursprünglich stammt sie aus Ägypten. Lange Fasern lassen sich zu sehr feinen, gleichmäßigen Garnen spinnen, die weniger fusseln und stärker glänzen. Die gängige Definition im Handel: Mako-Damast ist ein Baumwolldamast aus gekämmter, feiner Mako-Baumwolle, häufig zusätzlich mercerisiert. Beim Mercerisieren wird das Garn unter Spannung mit Natronlauge behandelt, danach glänzt es stärker und nimmt Farbe besser an.

Mako-Damast-Bettwäsche erkennst du an einem glatten, kühlen Griff und an einem Glanz, der bei Tageslicht deutlich ist, aber nicht billig wirkt. Unsere Mako-Damast-Bezüge haben zum Beispiel 10 mm breite, eingewebte Streifen und ein Gewicht von rund 150 g/m². Das ist schwerer als die meisten bedruckten Bezüge aus Renforcé.

Mako-Damast oder Mako-Satin?

Beide nutzen die Atlasbindung und beide bestehen aus Mako-Baumwolle. Der Unterschied: Mako-Satin ist durchgehend in einer Bindung gewebt und glänzt gleichmäßig. Damast wechselt zwischen Kett- und Schussatlas und zeigt dadurch ein Muster. Satin wird meist bedruckt oder uni angeboten, Damast ist fast immer weiß oder einfarbig, weil das Muster schon im Stoff steckt.

Stoff Bindung Optik Gefühl Typischer Einsatz
Damast Kett- und Schussatlas im Wechsel eingewebtes Muster, Glanzkontrast glatt, kühl, fest Hotel, Aussteuer, Tischwäsche
Mako-Satin Atlas gleichmäßiger Glanz seidig, fließend Premium-Bettwäsche
Perkal Leinwand, dicht matt knackig, kühl Sommer, Hotel
Renforcé Leinwand matt, oft bedruckt robust, alltagstauglich Standard-Bettwäsche

Ein Wert, der beim Vergleich oft fällt, ist die Fadenzahl pro Quadratzoll. Bei Damast ist sie aussagekräftiger als bei manch anderer Webart, weil feine Muster nur mit dichtem Garn sauber gelingen. Warum die Zahl trotzdem nicht alles ist, steht im Beitrag zur Fadendichte.

Eigenschaften, Vor- und Nachteile von Damast-Bettwäsche

Damast ist ein Stoff mit Charakter. Wir haben in unseren Apartments jahrelang verschiedene Bettwäsche-Qualitäten im Wechsel gehabt, und Damast war immer die, die am längsten gut aussah. Ehrlich gesagt aber auch die, über die sich das Team am häufigsten wegen des Bügelns beschwert hat.

Vorteile

Der größte Pluspunkt ist die Haltbarkeit. Dicht gewebte Baumwolle mit langen Fasern übersteht Hunderte Waschgänge, ohne dünn zu werden. Weiße Baumwoll-Damaste sind meist kochfest, was bei Krankheit oder Allergie hilft.

Im Sommer zeigt sich eine weitere Stärke. Die glatte, dichte Oberfläche liegt kühl auf der Haut, Baumwolle nimmt Schweiß auf und gibt ihn wieder ab. In heißen Nächten in Dachgeschosswohnungen haben Gäste uns öfter gesagt, dass sie unter Damast besser schlafen als unter Jersey oder Biber. Ein Wundermittel gegen Hitze ist das nicht, aber ein spürbarer Unterschied. Und weil das Muster im Gewebe liegt, kann es nicht ausbleichen oder abwaschen. Bei weißer Bettwäsche ist das ein echter Vorteil: Sie wirkt trotz Uni-Farbe nicht langweilig.

Nachteile

Die Nachteile von Damast-Bettwäsche sind schnell aufgezählt. Er knittert. Wer den glatten Hotel-Look will, muss bügeln oder mangeln. Damast ist schwerer als Renforcé und im Winter kühler als Biber, was nicht jeder mag. Bei langen Atlas-Flottungen können Fäden an rauen Fingernägeln oder Klettverschlüssen hängen bleiben. Und gute Qualität kostet: Ein Set in Bettwäsche 135x200 aus Mako-Damast liegt deutlich über einfacher bedruckter Ware.

Warum Hotels fast immer auf Damast setzen

In der Hotelwäsche hat Damast seit Jahrzehnten einen festen Platz, meist als weißer Streifendamast. Das hat praktische Gründe. Weiß lässt sich kochen und bleichen, ohne dass Farben verblassen. Die eingewebten Streifen lassen das Bett ordentlich aussehen, auch wenn der Bezug nicht perfekt gebügelt ist. Und der Stoff hält die Belastung durch Industriewäschereien aus, die mit hohen Temperaturen und starken Waschmitteln arbeiten.

Bei Hotel-Damast-Bettwäsche findest du häufig Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester, zum Beispiel 80 zu 20. Der Polyesteranteil macht den Stoff knitterärmer und schneller trocken, fühlt sich aber etwas weniger kühl an als reine Baumwolle. Für den eigenen Haushalt würde ich reinen Mako-Damast nehmen, für eine Ferienwohnung mit vielen Wechseln das Mischgewebe. Damast-Bettwäsche in Hotelqualität erkennst du an kochfesten Pflegehinweisen, einem Hotelverschluss statt Knöpfen und gleichmäßigen Streifen ohne Webfehler. Damast-Bettlaken ohne Gummizug sieht man dagegen kaum noch, unter dem Bezug liegt fast überall ein Spannbettlaken aus Jersey oder Perkal.

Nahaufnahme von weißem Damast-Stoff mit glänzenden und matten Streifen

Wer diesen Look nach Hause holen will, findet in unserer Hotelbettwäsche genau die Qualitäten, die auch in Apartments und Boardinghäusern im Einsatz sind. Mit einer Spannbettlaken-Unterlage in Weiß und einer gut aufgeschüttelten Decke entsteht der Effekt fast von selbst.

Damast-Bettwäsche waschen, trocknen und bügeln

Damast aus Baumwolle wäschst du bei 60 °C, weiße kochfeste Qualitäten auch bei 95 °C. Farbige Damaste lieber bei 40 °C und mit Colorwaschmittel. Dreh die Bezüge vorher auf links und schließ den Hotelverschluss nicht, sonst sammelt sich Kleinwäsche darin. Wer eine Damast-Tischdecke waschen will, macht es genauso, nur sollten Rotwein- und Fettflecken vorher behandelt werden.

Beim Trocknen gilt: Die Leine ist schonender, der Trockner bequemer. Nimm die Wäsche leicht feucht heraus. Dann lässt sich Damast am besten bügeln, idealerweise auf der linken Seite, damit der Glanz nicht speckig wird. Bei großen Bezügen wie Bettwäsche 155x220 lohnt sich eine Bügelmaschine oder der Mangelservice der Reinigung, das kostet meist nur ein paar Euro pro Teil.

Ohne Bügeln geht es auch: Direkt nach dem Waschen kräftig ausschütteln, glatt auf die Leine hängen und mit der Hand die Nähte ziehen. Ganz glatt wird Damast so nicht, aber deutlich ordentlicher. Auf einer breiten Doppelbett-Decke fallen kleine Falten ohnehin weniger auf, als man denkt.

Alte Damast-Bettwäsche: weiter nutzen, aufarbeiten oder upcyceln?

Alte Damast-Bettwäsche ist oft von erstaunlicher Qualität. Leinen- oder Halbleinen-Damast aus den 1950er- und 1960er-Jahren hält bei guter Pflege noch Jahrzehnte. Das Problem ist meist nicht der Stoff, sondern die Größe: Ältere Bezüge messen oft 130x200 oder 135x200 cm, Kissenbezüge 80x80 cm. Für heutige Decken mit 155x220 cm passen sie nicht mehr.

Ist die Wäsche vergilbt, hilft oft eine Kochwäsche mit Sauerstoffbleiche. Wie das schonend funktioniert, haben wir im Artikel Bettwäsche bleichen zusammengefasst. Stockflecken aus feuchten Kellern gehen selten ganz heraus.

Für Upcycling eignet sich alte Damast-Bettwäsche hervorragend. Aus einem Bezug werden Servietten, Tischläufer oder eine Tischdecke für den Esstisch. Auch Kleidung lässt sich daraus nähen: Blusen und Sommerhemden aus Damast sind auf Märkten und in Nähkursen beliebt. Wer gar nichts damit anfangen kann, bringt sie zu einem Sozialkaufhaus statt in den Altkleidercontainer. Der Verkaufswert ist meist gering, Sammler zahlen nur für besondere Stücke mit aufwendigen Mustern oder Monogrammen. Wer das Original-Gefühl in aktuellen Maßen sucht, bekommt neuen Damast heute auch für große Decken, etwa als Bettwäsche 200x200.

Fazit

Damast ist kein Material, sondern eine Webtechnik: Kett- und Schussatlas wechseln sich ab, dadurch entsteht ein eingewebtes Muster mit Glanzkontrast. Mako-Damast aus langstapeliger Baumwolle ist die feinste Baumwollvariante und der Standard in guten Hotels. Der Stoff hält extrem lange, ist hautfreundlich und oft kochfest. Dafür knittert er und kostet mehr als einfache Webware. Wer bereit ist, ab und zu zu bügeln, bekommt eine Bettwäsche, die nach Jahren noch aussieht wie am ersten Tag.

Häufige Fragen zu Damast

Was ist Damast?
Damast ist ein Gewebe mit eingewebtem Muster. Es entsteht, weil sich Kett- und Schussatlas abwechseln und das Licht unterschiedlich reflektieren. Der Stoff ist meist einfarbig, das Motiv zeigt sich durch Glanz und Matt.

Was ist Damast-Bettwäsche?
Damast-Bettwäsche besteht aus Bezügen, die in Damasttechnik gewebt sind, meist aus Baumwolle. Typisch sind weiße Streifen- oder Ornamentmuster. Sie gilt als langlebig und wird häufig in Hotels eingesetzt.

Was ist Mako-Damast?
Mako-Damast ist Damast aus Mako-Baumwolle, einer besonders langfaserigen Baumwolle. Das Garn ist feiner und gleichmäßiger, der Stoff glänzt stärker und fusselt weniger als Damast aus kurzen Fasern.

Was ist besser, Mako-Damast oder Mako-Satin?
Keins ist grundsätzlich besser. Mako-Satin glänzt gleichmäßig und fällt fließender, Mako-Damast zeigt ein eingewebtes Muster und wirkt etwas fester. Für den klassischen Hotel-Look mit Streifen ist Damast die richtige Wahl.

Welche Nachteile hat Damast-Bettwäsche?
Damast knittert und braucht für ein glattes Bild Bügeln oder Mangeln. Er ist schwerer und teurer als Renforcé. Bei langen Flottungen können Fäden hängen bleiben.

Ist Damast-Bettwäsche gut für den Sommer?
Ja. Baumwoll-Damast fühlt sich glatt und kühl an und nimmt Feuchtigkeit gut auf. Im Winter empfinden ihn manche als zu kühl, dann ist Biber oder Flanell angenehmer.

Bei wie viel Grad wäscht man Damast-Bettwäsche?
Weißer Baumwoll-Damast verträgt meist 60 bis 95 °C, farbiger Damast besser 40 °C. Entscheidend ist das Pflegeetikett. Leicht feucht aus dem Trockner nehmen, dann lässt er sich gut bügeln.

Woher kommt der Name Damast?
Von der syrischen Stadt Damaskus, einem mittelalterlichen Handelszentrum für gemusterte Seidenstoffe. Der Name wanderte mit den Stoffen nach Europa und blieb an der Webtechnik hängen.

Was mache ich mit alter Damast-Bettwäsche?
Gut erhaltene Stücke kannst du weiter nutzen, vergilbte mit Sauerstoffbleiche auffrischen. Zu kleine Bezüge eignen sich zum Upcycling, etwa für Tischdecken, Servietten oder Kleidung.

Ist jeder Jacquard-Stoff Damast?
Nein. Jacquard bezeichnet die Webmaschine, mit der komplexe Muster entstehen. Damast ist eine bestimmte Jacquard-Art mit Atlasbindung und Glanzkontrast, andere Jacquards können mehrfarbig und matt sein.

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Daniel Schulz
Daniel

Gründer und Experte für Bettwaren & Badtextilien

Daniel beschäftigt sich seit acht Jahren mit Bettwäsche, Spannbettlaken, Bettdecken, Kopfkissen, Handtüchern und Badvorlegern in Hotelqualität – durch die Betreuung von über 80.000 Gästen in Premium Serviced Apartments über sein Unternehmen residir. Dieses Praxiswissen fließt in jede Produktauswahl bei Bästa ein. Mehr über Daniel →