Handtücher aus Walkfrottier im Stapel mit sichtbaren Schlingen

Frottee oder Frottier? Walkfrottee, Zwirnfrottier und Velours erklärt

Fast jedes Handtuch im Haushalt besteht aus einem Schlingengewebe. Trotzdem wissen nur wenige, was genau dahintersteckt, warum manche Handtücher flauschig und andere eher griffig sind und was Begriffe wie Walkfrottier, Zwirnfrottier oder Velours bedeuten. Spätestens beim Kauf einer neuen Badematte oder eines Bademantels stehen diese Begriffe auf dem Etikett.

Bei residir statten wir Ferienwohnungen und Serviced Apartments mit Handtüchern, Badematten und Bettwäsche aus, die viele Wäschen bei hohen Temperaturen überstehen müssen. Dabei haben wir gelernt, dass die Webart oft wichtiger ist als der Preis. In diesem Ratgeber erfährst du, was hinter dem Stoff steckt, worin sich die Frottier-Arten unterscheiden, woran du Qualität erkennst und wofür sich welcher Stoff eignet. Passende Handtücher aus Baumwolle findest du auch bei uns.

Das Wichtigste in Kürze

  • Frottier ist ein Gewebe mit Schlingen, meist aus 100 % Baumwolle. Die Schlingen machen den Stoff saugfähig.
  • Walkfrottier ist besonders weich und flauschig, Zwirnfrottier griffiger und robuster, Velours samtig, aber etwas weniger saugfähig.
  • Die Qualität erkennst du an Grammatur (g/m²), Schlingendichte und Garn. Für Handtücher sind 450 bis 600 g/m² ein guter Standard.
  • Waffelpiqué hat keine Schlingen, ist leichter und trocknet schneller.

Was ist Frottee? Stoff, Material und was Frottee-Handtücher ausmacht

Der Stoff hat eine Oberfläche aus vielen kleinen Garnschlingen. Der Name kommt vom französischen Verb „frotter“, das „reiben“ bedeutet, denn mit dem Stoff rubbelt man sich trocken. Und wie schreibt man Frottee richtig? Üblich ist diese Schreibweise, „Frottée“ und „Frotté“ sind aber ebenfalls korrekt.

Woher kommt Frotteestoff ursprünglich? Das Schlingengewebe wurde im 19. Jahrhundert industriell hergestellt, der erste Frottier-Webstuhl in Deutschland lief um 1856. Bis heute gilt die Region um Zittau als Zentrum der deutschen Frottierweberei.

Wie ist der Stoff aufgebaut?

Gewebt wird mit zwei Kettfäden: Die Grundkette bildet zusammen mit dem Schussfaden das feste Grundgewebe. Die Polkette wird locker geführt und bildet beim Weben die typischen Schlingen, meist auf beiden Seiten. Diese Schlingen vergrößern die Oberfläche enorm, sodass der Stoff viel Wasser aufnehmen kann. Deshalb bestehen fast alle Frottier-Handtücher, Badematten und Bademäntel aus diesem Gewebe.

Ist Frottee Baumwolle?

Es handelt sich nicht um ein Material, sondern um eine Webart. Aus was besteht Frottee dann? In den meisten Fällen aus 100 % Baumwolle, weil Baumwolle viel Feuchtigkeit aufnimmt, hautfreundlich ist und heiße Wäschen verträgt. Es gibt aber auch Mischungen mit Viskose, Bambusviskose, Modal oder Polyester. Ein hochwertiger Frottee-Stoff aus Baumwolle erkennt man am Etikett mit dem Hinweis „100 % Baumwolle“.

Frottee oder Frottier: Wo liegt der Unterschied?

Im Alltag werden beide Begriffe für dasselbe verwendet. Fachlich gibt es aber einen Unterschied:

  • Frottier ist das klassische Schlingengewebe mit Grund- und Polkette, wie es für Handtücher, Badematten und Bademäntel verwendet wird. Unter Frottierware versteht der Handel alle Textilien aus diesem Gewebe.
  • Frottee im engeren Sinn ist ein Stoff aus Effektgarn mit kleinen Knötchen oder Schlingen, meist gestrickt oder gewirkt. Er wird häufig für Mode verwendet, etwa für Schlafanzüge oder Shirts.

Was ist Frottier also im Unterschied zum Frottierstoff im Alltag? Letztlich dasselbe: Wer ein Frottier-Handtuch oder ein Frottee-Handtuch kauft, bekommt in aller Regel ein gewebtes Schlingenhandtuch aus Baumwolle. Auf die genaue Bezeichnung kommt es beim Kauf weniger an als auf die Art der Schlingen.

Auch Bademäntel werden meist aus Frottier gefertigt, seltener aus Waffelpiqué. Unsere Bademäntel bestehen aus hochwertigem Frottierstoff mit Schalkragen.

Walkfrottee, Zwirnfrottier und Velours: Die Arten im Überblick

Art Herstellung Gefühl Saugfähigkeit Typischer Einsatz
Walkfrottier Schlingen aus locker gedrehtem Garn, nach dem Weben intensiv gewaschen (gewalkt) sehr weich, flauschig sehr hoch Handtücher, Badematten, Bademäntel
Zwirnfrottier Schlingen aus gezwirntem, fest gedrehtem Garn griffig, leichter Massageeffekt hoch Handtücher, Saunatücher
Velours Schlingen einseitig aufgeschnitten und geschoren samtig, glatt etwas geringer Strandtücher, Bademäntel, gemusterte Handtücher
Wirkfrottier auf Wirkmaschinen statt Webstühlen hergestellt weich, elastisch hoch Spannbettlaken, Bademäntel
Waffelpiqué Waben-Webart ohne Schlingen leicht, strukturiert mittel, trocknet schnell Saunatücher, leichte Bademäntel, Geschirrtücher


Illustration: Frottier-Arten Walkfrottier, Zwirnfrottier, Velours, Wirkfrottier und Waffelpiqué im Vergleich

Was ist Walkfrottee?

Walkfrottee, auch Walkfrottier oder Walk-Frottier genannt, ist die weichste und flauschigste Variante. Die Schlingen bestehen aus nur locker gedrehtem Garn. Nach dem Weben wird der Stoff intensiv gewaschen und bewegt, also „gewalkt“. Dabei ziehen sich die Fasern leicht zusammen, die Schlingen werden dichter und bauschiger. Der Unterschied von Walkfrottier zu einfachem Frottier ist deutlich zu spüren: Walkfrottier-Handtücher fühlen sich voluminöser an und nehmen besonders viel Wasser auf. Auch unsere Badematten bestehen aus Walkfrottier.

Zwirnfrottier oder Walkfrottier?

Zwirnfrottier, manchmal auch Zwirnfrottee genannt, verwendet für die Schlingen gezwirntes Garn, also mehrere fest miteinander verdrehte Fäden. Die Schlingen stehen dadurch klar und gleichmäßig, der Stoff wirkt etwas fester und hat beim Abtrocknen einen leichten Massageeffekt. Zwirnfrottier-Handtücher fusseln weniger und sind sehr robust.

Der Unterschied von Walkfrottier und Zwirnfrottier ist vor allem eine Frage des Geschmacks: Wer es kuschelig und weich mag, greift zu Walkfrottier. Wer ein griffiges Handtuch bevorzugt, das beim Rubbeln die Haut belebt, wählt Zwirnfrottier.

Was ist Velours?

Velours ist ein Stoff mit samtiger, gleichmäßiger Oberfläche. Beim Frottee-Velours werden die Schlingen auf einer Seite nach dem Weben aufgeschnitten und geschoren. So entsteht eine glatte Seite, auf der Muster und Farben besonders brillant wirken. Ein Velours-Handtuch fühlt sich sehr edel an, saugt auf der geschorenen Seite aber etwas weniger. Viele Velours-Handtücher haben deshalb eine Velours- und eine Schlingenseite. Velours gibt es übrigens auch aus anderen Materialien, etwa bei Teppichen oder als Velours-Leder.

Waffelpiqué: die flache Alternative

Was ist Waffelpiqué? Ein Stoff mit wabenartiger Struktur, aber ohne Schlingen. Waffelpiqué-Stoff ist leichter als Frottier, braucht weniger Platz im Schrank und trocknet deutlich schneller. Dafür nimmt er weniger Wasser auf und fühlt sich weniger kuschelig an. Beliebt ist Waffelpiqué für Saunatücher, leichte Sommerbademäntel und Geschirrtücher.

Frottee oder Baumwolle: Was ist besser?

Die Frage „Handtücher aus Baumwolle oder Frottee?“ taucht oft auf, ist aber kein echter Gegensatz. Baumwolle ist das Material, Frottier die Webart. Fast alle Frottierhandtücher bestehen aus Baumwolle. Der Unterschied von Frottee und Baumwolle liegt also darin, dass Baumwolle auch zu glatten Stoffen wie Perkal, Satin oder Leinenoptik verwebt werden kann, die kaum Wasser aufnehmen.

Zum Abtrocknen ist das Schlingengewebe eindeutig besser als glatte Baumwolle, weil die Schlingen ein Vielfaches an Wasser aufnehmen. Achte beim Kauf auf den Hinweis „100 % Baumwolle“. Mischgewebe mit Polyester trocknen zwar schneller, sind aber weniger saugfähig.

Qualität erkennen: Grammatur, Schlingen und Garn

Welche Frottee-Handtücher sind die besten? Das hängt von deinen Vorlieben ab, aber drei Merkmale verraten die Qualität:

  1. Grammatur: Das Gewicht in Gramm pro Quadratmeter (g/m²). Je höher, desto dichter und flauschiger ist der Stoff.
  2. Schlingen: Dichte, gleichmäßige Schlingen ohne Lücken. Zieh leicht an einer Schlinge, sie sollte sich nicht lösen.
  3. Garn und Verarbeitung: Langstapelige Baumwolle fusselt weniger. Eine doppelt vernähte Kante, die sogenannte Safety-Naht, verhindert Ausfransen.
Grammatur Eigenschaften Einsatz
unter 400 g/m² leicht, trocknet schnell, eher dünn Gästehandtücher, Reisehandtücher
450 bis 550 g/m² guter Standard, strapazierfähig Handtücher im Alltag, Hotellerie
600 bis 700 g/m² dicht, flauschig, sehr saugfähig Duschtücher, Badematten
800 g/m² und mehr sehr schwer, luxuriös, trocknet langsam Luxus-Handtücher, Badematten

Handtücher mit 450 g/m2 oder 550 g/m2 sind leichter und trocknen schneller, Handtücher mit 600 g/m2 und 650 g/m2 sind dichter und flauschiger. Handtücher mit 700 g/m2 oder 800 g/m2 wirken besonders luxuriös, brauchen aber lange zum Trocknen. Für die beste Qualität bei Frottee-Handtüchern zählt also nicht nur die höchste Grammatur, sondern das Zusammenspiel aus Gewicht, Garn und Verarbeitung. Auch Luxus-Frottee-Handtücher müssen nach dem Duschen wieder trocken werden, sonst riechen sie schnell muffig.

Frottier im Bad: Badematte, Badvorleger und Duschvorleger

Eine Badematte aus Frottee nimmt die Tropfen nach dem Duschen auf und fühlt sich unter den Füßen angenehm warm an. Für Badematten werden besonders dichte Stoffe verwendet, oft 600 g/m² und mehr. Unsere Badematten und Badvorleger bestehen aus Walkfrottier mit etwa 600 g/m², 100 % Baumwolle und einer dekorativen Jacquardbordüre.

Ob Badvorleger oder Badteppich aus Frottee: Entscheidend ist, dass er gut trocknet und regelmäßig gewaschen wird. Auch ein Duschvorleger aus Frottee lässt sich wie ein Handtuch waschen. Wie oft und bei wie viel Grad, erklären wir im Ratgeber Badvorleger waschen.

Badematte aus Walkfrottier vor der Dusche mit Handtüchern

Warum gibt es keine Frottee-Bettwäsche mehr?

Diese Bettwäsche war in den 1970er- und 1980er-Jahren sehr verbreitet, besonders in der DDR. Heute ist sie seltener, aber nicht verschwunden. Die Gründe: Sie ist schwer, trocknet langsam, fusselt und braucht viel Platz im Schrank. Jersey, Biber und Mako-Satin haben sie deshalb weitgehend abgelöst. Wer Frottee-Bettwäsche wie früher sucht, findet sie noch bei einigen Spezialherstellern.

Meist handelt es sich um einen Bezug aus Wirkfrottier, der sich weich und warm anfühlt und nicht gebügelt werden muss. Ähnlich ist es beim Frottee-Spannbettlaken und beim Frottee-Bettlaken: Sie sind dehnbar und angenehm warm, aber schwerer als Jersey. Für die meisten Betten ist ein Spannbettlaken aus Baumwoll-Jersey die leichtere und pflegeleichtere Wahl.

Was ist wärmer, Frottee oder Nicki? Nicki, ein samtiger Plüschstoff, hält meist etwas wärmer, weil die geschlossene Oberfläche weniger Luft durchlässt. Ähnlich beim Vergleich Frottee oder Flanell: Flanell ist angeraut und wärmt ebenfalls stärker, das Schlingengewebe ist dafür saugfähiger.

Richtig pflegen: So bleiben Handtücher weich

Warum werden Frottee-Handtücher hart? Meist durch Kalk im Wasser, zu viel Waschmittel oder Trocknen auf der Heizung. Die Schlingen verkleben und stellen sich nicht mehr auf. Wie werden Frottee-Handtücher wieder weich? Wasche sie mit weniger Waschmittel und einem zusätzlichen Spülgang, gib bei hartem Wasser einen Schuss Essig ins Weichspülerfach und trockne sie im Trockner oder schüttle sie vor dem Aufhängen kräftig aus.

Auf Weichspüler solltest du bei Frottee verzichten. Er macht die Handtücher zwar kurzfristig weich, legt sich aber wie ein Film auf die Schlingen und verringert die Saugfähigkeit. Dauerhaft flauschig bleiben Handtücher durch Waschen bei 60 °C, moderate Waschmittelmengen und Trocknen im Trockner oder an der frischen Luft.

Frottee-Handtücher waschen kannst du bei 60 °C, weiße bis 95 °C. Farbige Frottierware wäschst du getrennt von weißer, damit sie nicht grau wird. Größere Textilien wie Badteppiche brauchen dabei etwas mehr Platz in der Trommel.

Fazit: Auf die Schlingen kommt es an

Frottee und Frottier bezeichnen im Alltag dasselbe: ein saugfähiges Schlingengewebe, meist aus 100 % Baumwolle. Den Unterschied machen die Schlingen. Walkfrottier ist weich und flauschig, Zwirnfrottier griffig und robust, Velours samtig und edel. Waffelpiqué ist die leichte Alternative ohne Schlingen.

Für Qualität zählen Grammatur, Schlingendichte und Verarbeitung. Für Handtücher sind 450 bis 600 g/m² ein guter Standard, für Badematten darf es gern mehr sein. Wer auf Weichspüler verzichtet und richtig wäscht, hat lange Freude an seiner Frottierware.

Häufige Fragen zu Frottee

Was ist Frottee für ein Stoff?
Ein Gewebe mit vielen kleinen Garnschlingen auf der Oberfläche. Die Schlingen nehmen viel Wasser auf, deshalb wird der Stoff vor allem für Handtücher, Badematten und Bademäntel verwendet.

Was bedeutet Frottee?
Das Wort kommt vom französischen „frotter“, was „reiben“ bedeutet. Mit dem Stoff rubbelt man sich nach dem Duschen trocken.

Ist Frottee Baumwolle?
Es ist eine Webart, kein Material. Meist besteht der Stoff aber aus 100 % Baumwolle, manchmal aus Mischungen mit Viskose oder Polyester.

Was ist der Unterschied zwischen Frottee und Frottier?
Im Alltag keiner. Fachlich ist Frottier das gewebte Schlingengewebe für Handtücher, der andere Begriff steht für einen Stoff aus Effektgarn, der eher für Mode verwendet wird.

Was ist Walkfrottier?
Walkfrottier ist Frottier aus locker gedrehtem Garn, das nach dem Weben intensiv gewaschen wird. Dadurch wird es besonders weich, flauschig und saugfähig.

Was ist besser, Zwirnfrottier oder Walkfrottier?
Walkfrottier ist weicher und kuscheliger, Zwirnfrottier griffiger, robuster und fusselt weniger. Beides ist hochwertig, es kommt auf deine Vorliebe an.

Was ist Velours für ein Stoff?
Velours ist ein Stoff mit samtiger Oberfläche. Beim Velours-Frottee werden die Schlingen auf einer Seite aufgeschnitten und geschoren, das wirkt edel, saugt aber etwas weniger.

Wie viel g/m² sollte ein gutes Handtuch haben?
450 bis 600 g/m² sind ein guter Standard für den Alltag. Ab 600 g/m² werden Handtücher sehr flauschig, trocknen aber langsamer.

Warum werden Handtücher hart?
Meist durch Kalk, zu viel Waschmittel oder Trocknen auf der Heizung. Weniger Waschmittel, ein Extra-Spülgang und der Trockner machen sie wieder weich.

Soll man Handtücher mit Weichspüler waschen?
Besser nicht. Weichspüler verringert die Saugfähigkeit. Für weiche Handtücher sorgen der Trockner oder kräftiges Ausschütteln vor dem Aufhängen.

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Daniel Schulz
Daniel

Gründer und Experte für Bettwaren & Badtextilien

Daniel beschäftigt sich seit acht Jahren mit Bettwäsche, Spannbettlaken, Bettdecken, Kopfkissen, Handtüchern und Badvorlegern in Hotelqualität – durch die Betreuung von über 80.000 Gästen in Premium Serviced Apartments über sein Unternehmen residir. Dieses Praxiswissen fließt in jede Produktauswahl bei Bästa ein. Mehr über Daniel →