Bettwäsche färben: weiße und dunkelblau gefärbte Baumwoll-Bettwäsche neben der Waschmaschine

Bettwäsche färben: So klappt’s mit Baumwolle

Weiße Bettwäsche bekommt mit den Jahren einen leichten Grauschleier, egal wie gut man sie pflegt. In der Hotellerie wird sie dann ausgemustert, obwohl der Stoff oft noch völlig in Ordnung ist. Wir haben deshalb ausprobiert, solche Bezüge dunkel einzufärben, statt sie wegzuwerfen. Das Ergebnis: Baumwolle nimmt Farbe erstaunlich gut an, solange man ein paar Regeln beachtet.

In diesem Ratgeber erfährst du, welche Bettwäsche sich färben lässt, wie Wäsche färben in der Waschmaschine Schritt für Schritt funktioniert, was beim Färben von Hand anders ist, wann Schwarz wirklich schwarz wird und wie gut Hausmittel wie Kaffee oder Kurkuma funktionieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bettwäsche aus Baumwolle, Leinen oder Viskose lässt sich gut färben, Polyester und Mikrofaser dagegen kaum.
  • Am einfachsten geht es mit Textilfarbe für die Waschmaschine; eine Packung reicht meist für etwa 600 g Stoff.
  • Färben funktioniert nur von hell nach dunkel. Für eine hellere Farbe musst du vorher entfärben.
  • Gefärbte Bettwäsche die ersten Male separat waschen, da überschüssige Farbe ausblutet.

Stoff färben: Welche Bettwäsche eignet sich?

Ob sich ein Stoff färben lässt, hängt fast nur vom Material ab. Textilfarben für zu Hause sind für Naturfasern und Zellulosefasern gemacht. Die gute Nachricht: Die meiste Bettwäsche besteht aus Baumwolle und ist damit ideal.

Material Färbbar? Ergebnis
Baumwolle (Renforcé, Perkal, Satin, Biber) sehr gut kräftig und gleichmäßig
Leinen gut etwas unregelmäßiger, natürlicher Look
Viskose, Lyocell gut oft sogar intensiver als Baumwolle
Mischgewebe Baumwolle/Polyester eingeschränkt deutlich heller, leicht meliert
Polyester, Mikrofaser kaum mit Haushaltsfarbe praktisch keine Wirkung

Schau also zuerst aufs Etikett. Renforcé und Perkal nehmen Farbe besonders gleichmäßig an, weil sie dicht und glatt gewebt sind. Was Renforcé genau ist, erklärt der Ratgeber Renforcé-Bettwäsche.

Bei Satin und Damast bleibt der typische Glanz erhalten, das eingewebte Muster wird nach dem Färben oft sogar deutlicher sichtbar. Biber färbt sich gut, wirkt durch die angeraute Oberfläche aber etwas matter. Wer gar nicht selbst färben möchte, findet farbige Qualitäten direkt in unserer Kategorie Bettwäsche.

Kann man Polyester-Stoff färben?

Mit normaler Textilfarbe aus der Drogerie kaum. Polyester braucht spezielle Dispersionsfarben und Temperaturen nahe dem Kochpunkt, die du zu Hause nur im Topf erreichst. Das gilt für jeden Synthetik-Stoff: Färben mit Waschmaschinenfarbe bringt hier fast nichts. Bei Mischgewebe färbt sich nur der Baumwollanteil, deshalb wird das Ergebnis heller und wirkt leicht meliert. Auch Nähte aus Polyestergarn bleiben oft in der alten Farbe, was als feiner Kontrast aber durchaus gut aussehen kann.

Was du zum Färben brauchst

  • Textilfarbe für die Waschmaschine: Je nach Hersteller mit integriertem Fixierer oder mit separatem Salz.
  • Küchenwaage: Die Farbmenge richtet sich nach dem Trockengewicht der Wäsche.
  • Gummihandschuhe: Färbepulver färbt auch die Haut.
  • Altes Handtuch oder Waschmaschinenreiniger: für die Reinigung der Trommel danach.

Farbe zum Wäsche färben gibt es in Drogerien und Bastelläden. Welche Textilfarbe für die Waschmaschine ist die beste? Achte weniger auf die Marke als auf drei Dinge: Ist die Farbe für Baumwolle geeignet, wie viel Stoff färbt eine Packung, und brauchst du zusätzlich Salz? Farben mit integriertem Fixierer sind einfacher in der Anwendung. Für zarte Töne wie Beige oder Hellblau reicht eine Packung oft für mehr Stoff, für Schwarz brauchst du mehr Farbe.

Plane lieber eine Packung zu viel als zu wenig ein. Schon ein komplettes Set Bettwäsche 135x200 mit Bezug und Kissenbezug braucht häufig mehr als eine Packung.

Wäsche färben in der Waschmaschine: Schritt für Schritt

Bettwäsche färben in der Waschmaschine ist die einfachste Methode, weil die Trommel den Stoff gleichmäßig bewegt. So gehst du vor:

  1. Waschen: Die Bettwäsche vorher normal waschen, damit Appreturen und Weichspülerreste die Farbaufnahme nicht stören. Flecken vorher entfernen, sie bleiben sonst sichtbar.
  2. Wiegen: Trockengewicht bestimmen und die passende Farbmenge berechnen.
  3. Nass einlegen: Die Wäsche feucht und locker in die Trommel legen, Reißverschlüsse schließen, Knöpfe öffnen.
  4. Farbe einfüllen: Die Packung direkt in die Trommel auf die Wäsche geben, je nach Produkt mit Salz.
  5. Programm starten: Meist ein 40- oder 60-Grad-Programm ohne Vorwäsche, laut Packungsanleitung.
  6. Nachwaschen: Die gefärbte Wäsche direkt danach mit Waschmittel waschen.
  7. Maschine reinigen: Einen Waschgang ohne Wäsche oder mit einem alten Handtuch anhängen.

Der häufigste Fehler ist zu viel Stoff für zu wenig Farbe. Eine Packung reicht meist für rund 600 g, und ein Bettbezug mit Kissenbezug liegt oft schon darüber. Wiege deshalb immer nach, statt zu schätzen. Liegt die Wäsche über der Angabe, nimm eine zweite Packung, sonst wird die Farbe heller als auf der Packung.

Ebenso wichtig ist Platz in der Trommel. Der Stoff muss sich frei bewegen können, sonst entstehen Flecken und Streifen. Große Bezüge wie Bettwäsche 155x220 färbst du deshalb lieber einzeln oder nur mit dem passenden Kissenbezug.

Infografik: Bettwäsche färben in 4 Schritten – wiegen, nass einlegen, Farbe dazugeben, separat nachwaschen

Bettwäsche von Hand färben

Stoff färben ohne Waschmaschine geht auch, ist aber mühsamer. Sinnvoll ist das vor allem für kleine Teile, wenn du nur einen Kissenbezug färben möchtest, oder wenn du die Maschine nicht verwenden willst.

  1. Farbe nach Packungsanleitung in heißem Wasser auflösen und in eine große Wanne oder einen Eimer geben.
  2. Den nassen Stoff hineinlegen, sodass er vollständig bedeckt ist.
  3. Rund 45 bis 60 Minuten ständig bewegen, damit keine Flecken entstehen.
  4. Ausspülen, bis das Wasser klar ist, dann mit Waschmittel nachwaschen.

Für einen ganzen Bettbezug, selbst in kleineren Größen wie Bettwäsche 140x200, ist Färben von Hand kaum zu empfehlen. Der Stoff ist zu groß, um ihn gleichmäßig zu bewegen, und das Ergebnis wird schnell fleckig. Wer bewusst einen Batik- oder Farbverlaufslook möchte, kann diese Unregelmäßigkeit allerdings gezielt nutzen.

Welche Farbe ist möglich? Dunkler, Schwarz und Weiß

Färben funktioniert immer nur von hell nach dunkel. Die neue Farbe legt sich über die alte, sie mischen sich also. Gelbe Bettwäsche wird mit Blau eher grünlich, rote mit Blau lila. Am berechenbarsten ist das Ergebnis, wenn du weißen oder hellen Stoff einfärben möchtest.

Wäsche schwarz färben klappt, wird aber selten tiefschwarz. Meist kommt nach dem ersten Durchgang ein sehr dunkles Grau heraus. Für ein satteres Ergebnis nimmst du mehr Farbe als für die gleiche Menge in Hellblau oder färbst ein zweites Mal. Schwarz ist zugleich ideal, um alte Flecken und Verfärbungen zu überdecken.

Einen Stoff weiß färben ist dagegen nicht möglich. Produkte, die mit „Wäsche weiß färben“ werben, sind Weißmacher oder Entfärber: Sie lösen Farbe oder Vergrauung heraus, statt Farbe aufzutragen. Wie du vergraute Bettwäsche wieder hell bekommst, steht im Ratgeber Vergilbte Wäsche weiß bekommen.

Willst du von Dunkel auf eine hellere Farbe wechseln, musst du den Stoff erst bleichen und dann neu färben. Entfärber greifen die Fasern aber an, deshalb lohnt sich das nur bei robuster Baumwolle.

Wäsche färben von hell nach dunkel: Kissenbezüge von Weiß über Blau bis fast Schwarz

Bettwäsche natürlich färben mit Hausmitteln

Wer Stoff mit Lebensmitteln färben möchte, kann zu Hause viel ausprobieren. Baumwolle lässt sich mit Pflanzen und Gewürzen natürlich färben; die Farben sind sanfter als mit Textilfarbe, halten aber deutlich schlechter. Diese Hausmittel eignen sich zum Stoff färben:

  • Kaffee: Damit färbst du Stoff beige bis hellbraun, ideal für einen Vintage-Look.
  • Schwarzer Tee: Stoff mit Tee zu färben ergibt ein warmes, helles Braun.
  • Kurkuma: Das Gewürz färbt Stoff in einem kräftigen Gelb.
  • Zwiebelschalen: Mit dem Sud färbst du Stoff gelb bis orangebraun.
  • Rotkohl: Der Saft färbt Stoff lila bis blaugrau.
  • Rote Bete: Gibt ein zartes Rosa, verblasst aber besonders schnell.

Das Prinzip ist immer gleich: Die Zutat mit Wasser auskochen, abseihen, den nassen Stoff in den Sud legen und eine Stunde oder länger ziehen lassen. Wer Stoff natürlich färben will, nimmt zum Fixieren oft Salz oder Essig, das hilft aber nur begrenzt.

Ehrlich gesagt: Für Bettwäsche sind Hausmittel nur bedingt geeignet. Bettwäsche wird oft und warm gewaschen, Pflanzenfarben verblassen dabei schnell und können ungleichmäßig auswaschen. Für einen Kissenbezug als Deko-Projekt ist das charmant, für den täglich genutzten Bezug ist Textilfarbe die bessere Wahl.

Nach dem Färben: Waschen und Pflege

Auch richtig fixierte Farbe gibt in den ersten Wäschen noch etwas ab. Wasche frisch gefärbte Bettwäsche deshalb die ersten zwei bis drei Male separat oder nur mit dunkler Wäsche. Ein Farbfangtuch in der Trommel zeigt dir, wann nichts mehr ausblutet.

Gefärbte Bettwäsche verträgt in der Regel weiterhin die gewohnte Temperatur, verliert bei 60 °C aber schneller an Farbe als bei 40 °C. Dreh die Bezüge vor dem Waschen auf links und verzichte auf Bleichmittel. Bei großen Bezügen wie Bettwäsche 200x200 gilt wie beim Färben: genug Platz in der Trommel lassen, damit nichts scheuert.

Eine Sorge können wir dir nehmen: Der Waschmaschine schadet Textilfarbe in aller Regel nicht. Ein Waschgang ohne Wäsche danach reicht, damit die nächste weiße Ladung keine Farbreste abbekommt. Gummidichtungen solltest du kurz mit einem Tuch auswischen.

Wo kann man Textilien färben lassen?

Professionelle Färbereien für Privatkunden sind selten geworden. Manche Textilreinigungen und Änderungsschneidereien nehmen Färbeaufträge an oder vermitteln sie weiter, in größeren Städten gibt es vereinzelt noch Färbereien. Frag am besten direkt bei der Reinigung in deiner Nähe nach.

Ob sich das lohnt, ist eine Rechenfrage. Professionelles Färben kostet schnell mehr als eine neue Garnitur. Selbst färben lohnt sich dagegen fast immer, wenn der Stoff noch gut ist und nur die Farbe nicht mehr passt. Ist die Bettwäsche dagegen dünn oder löchrig, hilft auch neue Farbe nicht. Was du dann mit ihr machen kannst, zeigt der Ratgeber Bettwäsche entsorgen.

Fazit: Bettwäsche färben lohnt sich bei Baumwolle

Bettwäsche aus Baumwolle, Leinen oder Viskose lässt sich mit Textilfarbe aus der Drogerie unkompliziert in der Waschmaschine färben. Entscheidend sind die richtige Farbmenge für das Gewicht, genug Platz in der Trommel und separates Nachwaschen. Polyester und Mikrofaser nehmen dagegen kaum Farbe an, Mischgewebe werden heller. Hausmittel sind ein schönes Experiment für Deko, für täglich genutzte Bettwäsche aber zu wenig waschbeständig.

Häufige Fragen zum Bettwäsche färben

Kann man Bettwäsche färben?
Ja, wenn sie aus Baumwolle, Leinen oder Viskose besteht. Am einfachsten geht das mit Textilfarbe in der Waschmaschine.

Wie viel Textilfarbe brauche ich für Bettwäsche?
Eine Packung Waschmaschinenfarbe reicht meist für etwa 600 g trockenen Stoff. Ein Bettbezug mit Kissenbezug wiegt oft mehr, dann brauchst du eine zweite Packung.

Kann man Polyester-Bettwäsche färben?
Mit normaler Textilfarbe kaum. Polyester braucht spezielle Farben und sehr hohe Temperaturen; Mischgewebe färben sich nur teilweise und werden heller.

Kann man Bettwäsche heller färben?
Nein, Färben geht nur von hell nach dunkel. Für eine hellere Farbe musst du den Stoff erst mit einem Entfärber bleichen und dann neu färben.

Wird Bettwäsche beim Schwarzfärben richtig schwarz?
Meist entsteht nach dem ersten Durchgang ein sehr dunkles Grau. Mit mehr Farbe oder einem zweiten Durchgang wird das Schwarz satter.

Schadet Textilfarbe der Waschmaschine?
In der Regel nicht. Nach dem Färben einen Waschgang ohne Wäsche laufen lassen und die Gummidichtung auswischen.

Kann man Bettwäsche mit Kaffee oder Tee färben?
Ja, das ergibt Beige- bis Brauntöne. Die Farbe verblasst bei häufigem Waschen aber schnell, deshalb eignet sich das eher für Deko als für Alltagsbettwäsche.

Wie wasche ich frisch gefärbte Bettwäsche?
Die ersten zwei bis drei Wäschen separat oder mit dunkler Wäsche, auf links gedreht und ohne Bleichmittel. Ein Farbfangtuch zeigt, ob noch Farbe ausblutet.

Wo kann man Textilien färben lassen?
Bei einigen Textilreinigungen, Änderungsschneidereien und den wenigen verbliebenen Färbereien. Oft ist das teurer als eine neue Garnitur.

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Daniel Schulz
Daniel

Gründer und Experte für Bettwaren & Badtextilien

Daniel beschäftigt sich seit acht Jahren mit Bettwäsche, Spannbettlaken, Bettdecken, Kopfkissen, Handtüchern und Badvorlegern in Hotelqualität – durch die Betreuung von über 80.000 Gästen in Premium Serviced Apartments über sein Unternehmen residir. Dieses Praxiswissen fließt in jede Produktauswahl bei Bästa ein. Mehr über Daniel →