Alpaka-Bettdecke: Vor- und Nachteile der Alpaka-Decke
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Alpaka ist unter den Naturfüllungen so etwas wie der Geheimtipp: weniger bekannt als Daune oder Kamelhaar, aber mit einem erstaunlich treuen Fankreis. Wenn Gäste in unseren Apartments, in denen über 80.000 Menschen übernachtet haben, nach ihrer Lieblingsdecke zu Hause gefragt werden, fällt Alpaka auffallend oft bei denen, die empfindlich auf Schafwolle reagieren.
In diesem Ratgeber schauen wir uns die Alpaka-Decke genau an: was Alpakawolle ausmacht, welche Vor- und Nachteile sie hat, wie sie im Vergleich zu Kamelhaar abschneidet, für welche Jahreszeit sie sich eignet und wie du sie richtig pflegst.
Das Wichtigste in Kürze
- Leicht und warm: Alpakawolle wärmt gut bei relativ geringem Gewicht, weil die Fasern teilweise hohl sind und Luft speichern.
- Kaum Lanolin: Anders als Schafwolle enthält Alpaka fast kein Wollfett. Viele, die Schafwolle nicht vertragen, kommen mit Alpaka gut zurecht.
- Klimaregulierend: Die Faser nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab, man schwitzt darunter meist wenig.
- Größter Nachteil: teuer und kaum waschbar. Meist heißt es lüften statt waschen.
Was ist eine Alpaka-Decke? Alpakawolle als Füllung
Eine Alpaka-Decke ist eine Steppdecke, deren Füllung ganz oder teilweise aus der Wolle von Alpakas besteht. Alpakas gehören zu den Neuweltkamelen und stammen aus den Anden in Südamerika, vor allem aus Peru, Bolivien und Chile. Inzwischen gibt es auch in Deutschland zahlreiche Alpaka-Halter, die Wolle für Alpaka-Bettwaren liefern. Die Tiere werden einmal im Jahr geschoren, meist im Frühjahr.
Im Handel findest du die Decke auch als Alpaka-Steppdecke, Alpaka-Oberbett oder einfach als Alpakadecke. Wichtig: Nicht jede Alpaka-Decke ist eine Bettdecke. Viele Angebote sind gewebte Wolldecken oder Plaids fürs Sofa. Für das Bett suchst du eine gesteppte Decke mit Füllung aus Alpakawolle oder Alpaka-Vlies und einer Hülle aus Baumwolle.
Was bedeutet „Baby Alpaka“?
„Baby Alpaka“ bedeutet nicht, dass die Wolle von Jungtieren stammt. Der Begriff bezeichnet eine besonders feine Faserqualität, die meist vom Rücken ausgewachsener Tiere gewonnen wird. Eine Baby-Alpaka-Bettdecke ist deshalb weicher und hochwertiger, aber auch teurer. Mit einer Decke für Babys hat der Name nichts zu tun: Für Säuglinge ist ein Schlafsack die sichere Wahl.
100 % Alpaka oder Mischung?
Achte auf die Angaben zur Füllung. Eine Alpakadecke mit 100 Prozent Alpaka ist selten, weil die Faser teuer ist. Häufiger sind Mischungen, etwa Alpaka mit Schurwolle oder Lama. Eine Lama-Alpaka-Decke ist ähnlich, Lamawolle ist aber etwas gröber. Wer die reine Qualität will, sucht nach „Füllung: 100 % Alpaka“ auf dem Etikett. Auch Alpaka-Decken in Bio-Qualität gibt es, allerdings nur bei wenigen Herstellern. Welche Füllungen es darüber hinaus gibt, siehst du bei unseren Bettdecken.
Alpaka-Wolle: Eigenschaften und Vorteile
Die Eigenschaften von Alpakawolle machen sie für Bettdecken besonders interessant:
- Wärme bei wenig Gewicht: Viele Alpaka-Fasern haben einen hohlen Kern. Das macht sie leicht und gut isolierend. Eine warme Decke aus Alpaka ist meist leichter als eine vergleichbare Schurwolldecke.
- Kaum Lanolin: Alpakawolle enthält praktisch kein Wollfett. Das ist ein Vorteil für Menschen, die auf Lanolin empfindlich reagieren.
- Feuchtigkeitsausgleich: Die Wolle nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie an die Luft ab. Das Schlafklima bleibt trocken.
- Geruchsneutral: Die Faser nimmt Gerüche wenig an und frischt beim Lüften gut auf.
- Langlebig: Eine gute Alpaka-Decke hält bei richtiger Pflege viele Jahre.
Die Vorteile einer Alpaka-Decke liegen also vor allem im Klima und im geringen Gewicht. Viele beschreiben den Unterschied so: warm wie Wolle, aber leichter und weniger kratzig.
Schwitzt man unter einer Alpaka-Bettdecke?
Meist wenig. Weil Alpakawolle Feuchtigkeit gut aufnimmt und wieder abgibt, fühlt sich die Decke auch nach einer warmen Nacht trocken an. Entscheidend ist aber die Wärmeklasse: Eine dicke Alpaka-Winterdecke im Sommer ist auch mit der besten Wolle zu warm.
Alpaka-Bettdecke: Die Nachteile
Die Nachteile von Alpaka-Wolle werden im Handel gern verschwiegen. Vor dem Kauf solltest du sie kennen:
- Preis: Alpaka gehört zu den teureren Füllungen, vor allem in reiner Qualität.
- Kaum waschbar: Die meisten Alpaka-Bettdecken dürfen nicht in die Waschmaschine oder nur im Wollprogramm bei niedriger Temperatur.
- Nicht für Hausstauballergiker ideal: Weil die Decke nicht bei 60 °C gewaschen werden kann, lassen sich Milben nicht heiß abtöten. Mehr dazu im Ratgeber zur Allergiker Bettdecke.
- Kratzen möglich: Grobe Alpakafasern können kratzen. Kratzt Alpakawolle, liegt das meist an einer gröberen Qualität oder einem hohen Anteil an Deckhaaren.
- Motten: Als tierische Faser kann Alpaka bei falscher Lagerung von Motten befallen werden.
- Tierwohl: Recherchen von Tierschutzorganisationen haben auf einer großen Alpaka-Farm in Peru grobe Behandlung bei der Schur dokumentiert. Der Vorwurf der Tierquälerei betrifft also auch Alpaka-Wolle. Wer Wert auf Tierwohl legt, fragt nach der Herkunft oder kauft bei Haltern in Deutschland.
Alpaka-Wolle und Allergie
Eine echte Allergie gegen Alpakawolle ist selten, weil die Faser kaum Lanolin enthält, das bei Schafwolle häufig Beschwerden auslöst. Bei einer Hausstauballergie hilft das aber wenig: Milben können in jeder Decke leben. Ich bin kein Arzt. Wenn du auf Tierhaare reagierst oder eine Hausstauballergie hast, kläre das vorher ärztlich ab.

Alpaka oder Kamelhaar, Schafwolle, Merino?
Alpaka oder Kamelhaar für die Bettdecke? Diese Frage stellen sich viele, die eine Naturfüllung suchen. Beide Fasern regulieren Feuchtigkeit sehr gut und sind kaum waschbar. Die Unterschiede liegen im Detail:
|
Füllung |
Wärme |
Gewicht |
Lanolin |
Preis |
|---|---|---|---|---|
|
Alpaka |
hoch |
leicht bis mittel |
kaum |
hoch |
|
Kamelhaar |
mittel bis hoch |
mittel |
wenig |
mittel bis hoch |
|
Schafschurwolle |
mittel bis hoch |
mittel bis schwer |
viel |
mittel |
|
Merino |
mittel |
leicht |
viel |
mittel bis hoch |
Kamelhaar oder Alpaka: Alpaka ist bei ähnlicher Wärme meist etwas leichter und gilt als besonders hautfreundlich, Kamelhaar ist robuster und oft etwas günstiger. Alpaka oder Schafwolle: Schafwolle ist günstiger, enthält aber viel Lanolin und ist schwerer. Beim Vergleich Alpaka vs. Merino punktet Alpaka mit mehr Wärme und weniger Lanolin, Merino mit einem günstigeren Preis. Wie sich alle Füllungen von Daune bis Lyocell unterscheiden, zeigt der Ratgeber Bettdecke Füllung im Vergleich.
Alpaka-Decke für Winter, Sommer oder das ganze Jahr
Wie bei allen Füllungen entscheidet das Füllgewicht über die Wärme:
- Alpaka-Winterdecke: Mit hohem Füllgewicht ist die Alpaka-Bettdecke für den Winter eine der wärmsten Naturdecken. Eine warme Decke aus Alpaka eignet sich besonders für alle, die leicht frieren.
- Alpaka-Ganzjahresdecke: Die Alpaka-Bettdecke als Ganzjahresdecke mit mittlerem Füllgewicht ist die beliebteste Variante, weil die Decke Temperaturen gut ausgleicht.
- Alpaka-Sommerdecke: Mit wenig Füllung ist die Decke auch im Sommer angenehm, allerdings nur in gut belüfteten Räumen.
- 4-Jahreszeiten-Bettdecke aus Alpaka: Zwei Decken, die du im Winter zusammenknöpfst und im Sommer einzeln nutzt. So bleibt die Alpaka-Decke das ganze Jahr im Einsatz.
Ergänzend gibt es das Alpaka-Unterbett, eine Auflage für die Matratze, die zusätzlich wärmt und Feuchtigkeit aufnimmt.

Die richtige Größe für deine Alpaka-Bettdecke
Alpaka-Bettdecken gibt es in allen gängigen Größen:
- Alpaka-Bettdecke 135x200: die Standardgröße fürs Einzelbett. Diese Größe gibt es in allen Wärmeklassen, als Winterdecke, als 4-Jahreszeiten-Decke oder in Baby-Alpaka-Qualität.
- Alpaka-Bettdecke 155x220 und 155x200: mehr Platz für große Menschen und unruhige Schläfer. Die Alpaka-Decke in 155x220 ist die häufigste Komfortgröße, die kürzere Variante 155x200 ist seltener.
- Alpaka-Bettdecke 200x200 und 200x220: die gemeinsame Decke für Paare, als Alpaka-Decke in 200x200 oder in 200x220.
- Alpaka-Decke 220x240 und 150x200: Die Bettdecke in Übergröße ist für sehr breite Betten gedacht, 150x200 ist ein etwas kürzeres Format.
Für Einzelbetten ist die klassische Bettdecke 135x200 der Standard.
Alpaka-Decke waschen und pflegen
Kann man eine Alpaka-Decke waschen? Das hängt vom Pflegeetikett ab. Viele Alpaka-Bettdecken sind gar nicht waschbar, manche dürfen im Wollprogramm bei 30 °C in die Maschine. So gehst du vor:
- Etikett prüfen: Ist Waschen verboten, die Alpakadecke nur lüften oder professionell reinigen lassen.
- Wollprogramm: Wenn das Waschen erlaubt ist, dann im Wollprogramm, kalt oder bis 30 °C, mit Wollwaschmittel und wenig Schleudern.
- Nicht in den Trockner: Die Decke flach liegend an der Luft trocknen und zwischendurch aufschütteln.
- Lüften: Regelmäßig an einem trockenen Tag im Schatten auslüften. Das reicht bei Alpaka meist, um die Decke frisch zu halten.
Das gilt auch, wenn du Alpakawolle allgemein waschen möchtest: Alpaka-Wolle verträgt beim Waschen keine Hitze und keine starke Reibung, sonst verfilzt sie. Beim Reinigen der Alpaka-Decke hilft deshalb vor allem ein Bettbezug, den du wöchentlich wechselst. Auch eine Lama-Alpaka-Decke wäschst du nach denselben Regeln. Die Decke selbst musst du dann nur selten reinigen.
Große Menschen, denen die Standardlänge zu kurz ist, finden bei uns die pflegeleichtere Alternative als Bettdecke 155x220 mit Faser- oder Daunenfüllung.
Alpaka-Bettdecke Erfahrungen: Für wen lohnt sie sich?
Die Erfahrungen mit Alpaka-Bettdecken sind überwiegend positiv, vor allem bei zwei Gruppen:
- Lohnt sich für: Menschen, die leicht frieren, aber nicht schwitzen wollen, Menschen mit Lanolin-Empfindlichkeit, alle, die eine leichte, natürliche Decke suchen.
- Lohnt sich eher nicht für: Hausstauballergiker, die heiß waschen müssen, Familien mit kleinen Kindern, Gästebetten mit häufigem Wechsel und alle mit knappem Budget.
Paare, die sich eine gemeinsame Decke teilen, sollten auf eine leichte Ganzjahres-Variante achten, damit es zu zweit nicht zu warm wird. Die passende Größe gibt es als Bettdecke 200x200, oft sind zwei Einzeldecken aber die bequemere Lösung.
Fazit: Alpaka für leichte Wärme und empfindliche Haut
Eine Alpaka-Decke ist die richtige Wahl, wenn du eine warme, leichte Naturdecke mit gutem Schlafklima suchst und auf Schafwolle empfindlich reagierst. Alpakawolle enthält kaum Lanolin, reguliert Feuchtigkeit gut und hält bei richtiger Pflege viele Jahre. Dem stehen ein hoher Preis, eine eingeschränkte Waschbarkeit und damit Nachteile für Hausstauballergiker gegenüber. Achte beim Kauf auf den Alpaka-Anteil der Füllung, eine feine Faserqualität und eine nachvollziehbare Herkunft. Dann hast du eine Decke, die im Winter wärmt und im Übergang nicht staut.
Häufige Fragen zur Alpaka-Bettdecke
Welche Vorteile hat eine Alpaka-Bettdecke?
Sie wärmt bei geringem Gewicht, enthält kaum Lanolin, reguliert Feuchtigkeit gut und ist geruchsneutral. Viele empfinden sie als weniger kratzig als Schafwolle.
Welche Nachteile hat Alpakawolle?
Sie ist teuer, kaum waschbar und kann bei grober Qualität kratzen. Für Hausstauballergiker ist sie wegen der fehlenden Heißwäsche nicht ideal.
Kann man eine Alpaka-Decke waschen?
Nur wenn das Etikett es erlaubt, dann im Wollprogramm bei maximal 30 °C mit wenig Schleudern. Viele Decken sollten nur gelüftet oder professionell gereinigt werden.
Schwitzt man unter einer Alpaka-Bettdecke?
Meist wenig, weil Alpakawolle Feuchtigkeit gut aufnimmt und abgibt. Die Wärmeklasse muss aber zur Jahreszeit passen.
Was ist besser: Alpaka oder Kamelhaar?
Alpaka ist bei ähnlicher Wärme etwas leichter und besonders hautfreundlich, Kamelhaar robuster und oft günstiger. Beim Schlafklima sind beide sehr gut.
Ist Alpaka für Allergiker geeignet?
Bei Lanolin-Empfindlichkeit oft ja. Bei Hausstauballergie nur eingeschränkt, weil die Decke nicht heiß gewaschen werden kann. Im Zweifel ärztlich abklären.
Was bedeutet Baby Alpaka?
Eine besonders feine Faserqualität, nicht die Wolle von Jungtieren. Baby Alpaka ist weicher und teurer als normale Alpakawolle.
Warum kratzt Alpakawolle manchmal?
Meist wegen gröberer Fasern oder Deckhaaren in der Mischung. Feine Qualitäten wie Baby Alpaka kratzen deutlich weniger.
Ist eine Alpaka-Decke auch für den Sommer geeignet?
Als leichte Sommerdecke mit wenig Füllgewicht ja. Eine dicke Winterdecke aus Alpaka ist für Sommernächte zu warm.
Wie wird Alpakawolle gewonnen?
Alpakas werden einmal im Jahr geschoren, meist im Frühjahr. Wer auf Tierwohl achtet, fragt nach der Herkunft oder kauft bei regionalen Haltern.